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Sekretäre
(Sagittaridae)
Der Sekretär ist in den Steppen Afrikas, südlich der Sahara beheimatet. Er ist der letzte lebende Vertreter der Familie der Sekretäre, die zur Ordnung der Greifvögel gehören. Seinen deutschen Namen erhielt er angeblich durch die Ähnlichkeit mit den Sekretären des 19. Jahrhunderts, welche den Federkiel der Schreibfeder in ihre Perücken hafteten, ähnlich der Haubenfeder am Hinterkopf des Vogels. Eine eher einleuchtende Namensgebung stammt jedoch aus der Arabischen Welt. Hier gab man ihm den Namen „saquettair“, was durch die Franzosen in „secretaire“ übersetzt wurde und zu Deutsch „Sekretär“ heißt.

Wie auch immer dieser Vogel zu seinem Namen kam, seiner Außergewöhnlichkeit wird damit nicht Ausdruck verliehen. 

Sekretäre gehören zu den letzten Vertretern dieser Familie. Foto: Chawera
Zu seinen besonderen Merkmalen zählen seine zum gesamten Körper verhältnismäßig langen Schwanzfedern, die ca. die Hälfte seiner Körpergröße ausmachen. Sekretäre können eine Körperhöhe zwischen 1,20-1,50 m und ein Körpergewicht von 3-4 kg erreichen. Die Geschlechterunterscheidung ist leicht erkennbar durch das kleinere Männchen sowie dem Weibchen, welches einen kleineren Schopf und kürzere Schwanzfeder besitzt und sich durch einen weißen Bauch mit braunweiß gebänderten Schenkeln unterscheidet. Sonst hat diese Vogelart allgemein ein aschgraues Gefieder, wobei nur seine Schwingen, Unterschenkel und der Nackenschopf schwarz sind. Sein Gesicht wird mit roter und gelber Haut bedeckt.
Gefieder
Krallen mit kurzen Zähen, in denen sich schmale Bindenhäute befinden.
Schnabel und Kopf
Für Greifvögel haben sie eine höchst ungewöhnliche Art für ihre Nahrung zu sorgen. Neben kleineren Insekten, welche ohne weiteres im Laufen vom Boden aufgenommen werden können, zählen auch Schlangen (sogar Giftschlangen!), Eidechsen, Schildkröten, Hasen und Ratten zu ihrer Beute. Der Sekretär schleicht sich an diese größeren Beutetiere an, um sie dann mit seinen langen kräftigen Stelzenbeinen zu zertreten. Ein weiteres Motiv, mit seinen Beinen auf dem Boden zu stampfen, ist, seine Beutetiere aus den Verstecken zu treiben. Dabei flattert er mit seinen kräftigen Flügeln, um seine Opfer zu verwirren und sie dann erlegen zu können. Da er keinen wirkungsvollen Schutz gegen Schlangengifte besitzt, bietet er beim Angriff dem Reptil nur seine schuppigen Läufe oder Schwingen, um die Schlange bei der sich nächsten bietenden Gelegenheit am Kopf zu packen und zu Boden zu schleudern.
Obgleich sie also auf dem Boden leben und jagen, können sie ausgezeichnet fliegen. Mit ihren langen Schwingen sind sie zu einem kraftvollen Flug, als auch zu einem ruhigen Gleiten fähig. Die Möglichkeit zum Flug nutzen sie auch aus zwei Gründen. Zum einen um aus luftiger Höhe Beute, derer sie nicht anders Herr werden auf dem Boden zerschellen zu lassen, zum anderen um ihre Nester sicher im Schutz der Bäume zu bauen. 
Sekretäre gehören zu den letzten Vertretern dieser Familie. Foto: Chawera
Mit Vorliebe nisten sie etwa 6 Meter über dem Boden in Akazien oder anderen dornigen Bäumen. Ihre Nester bauen sie wie unser Storch mit Stöcken und Gras. Ähnlich ist auch die lebenslange Treue der Tiere, obwohl sie nicht besonders gesellig sind und deshalb außerhalb der Brut immer einen kleinen Abstand von einander halten. Das einmal erstellte Nest wird vom gleichen Paar jedes Jahr erneut genutzt und sogar bis zu 2 Meter Größe weiter ausgebaut. Ein Gelege umfasst 2-3 Eier, aus denen nach einer Brutzeit von ungefähr 45 Tagen die Jungen schlüpfen. Wie bei den Geiern, werden die Jungvögel aus dem Kropf gefüttert, aber  wegen der Knappheit der Nahrung im trockenen Lebensraum überlebt selten mehr als ein Küken. Die Jungvögel haben nach etwa 80 Tagen die volle Flugfähigkeit erreicht und bleiben zwei bis drei Monate im Nest.
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Copyright 09/2002 © Tierwissen.de
Text und Fotos: Chawera  Layout: Chawera



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