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Mandarinente 
(Dendronessa galericulata)
 
Die farbenprächtige Mandarinente stammt aus Ostasien und gehört zu den Gänsevögeln. Neben der Brautente ist sie die am häufigsten vorkommende Zierente in Europa, während sie in ihrer ursprünglichen Heimat bedroht ist. Während die männlichen Tiere anhand ihres bunten Gefieders leicht zu erkennen sind, sind die Weibchen mit ihrer graubraunen Farbe eher unscheinbar.
Chaweradesign

Herkunft

Das ursprüngliche Vorkommensgebiet der Mandarinente liegt in Japan, China, Korea und den nordöstlichen Laubwäldern der Taiga in Nordeurasien. Im russischen Bergland Sichote Alin, dort wo auch die letzten Sibirischen Tiger beheimatet sind, befindet sich noch ein größeres Verbreitungsgebiet der Mandarinente. Diese Tiere sind aber Zugvögel und wandern Anfang September ebenfalls nach Ostasien ab, wo sie sich bis Ende März aufhalten. 

Im Jahr 1745 wurden die ersten Mandarinenten nach England eingeführt, von dort verbreitete sich der hübsche Ziervogel über ganz Europa.

Die Wildbestände der Mandarinente in China gehören zur gefährdeten Art. Im Jahr 1911 wurde dort die Mandschu-Dynastie gestürzt und das bis dahin kaiserliche Jagdgebiet dem Volk übergeben. Durch die Urbarmachung der ausgedehnten Waldgebiete wurde der Lebensraum der Mandarinente stark eingeschränkt. Schließlich wurde im Jahr 1975 von der chinesischen Regierung ein Exportverbot für diesen begehrten farbenfrohen Vogel ausgesprochen.

In Europa ist die Mandarinente aufgrund ihrer Farbenpracht und Unkompliziertheit ein beliebter Ziervogel, der in Kleingehegen gehalten wird, aber auch vereinzelt an Teichen, Seen oder Flüssen vorkommt. 
 

Aussehen

Benannt wurden die Mandarinenten wegen des metallisch bunten Gefieders der Erpel nach der reich verzierten Kleidung der früheren chinesischen Staatsbeamten, der Mandarine.

Wie so häufig in der Vogelwelt sind auch bei der Mandarinente die weiblichen Tiere wesentlich bescheidener im Federkleid ausgestattet. Sie sind einheitlich grau-braun gefärbt mit weißen Augenringen mit einem Streifen, kleinen hellen Pünktchen auf der Brust und weißen kleinen Abzeichen am Ende der Schwungfedern. Bei den Weibchen ist der Schnabel braun gefärbt, während er bei den Erpeln rot leuchtet. 
Das Gefieder der Erpel ziert vom Schnabelansatz über den Kopf bis zum Hals ein blauschwarzer Streifen, der ins orange übergeht. Er hat weiße Augenringe, elipsenartig hell orange bis beige/weiß umrahmt, nach hinten verjüngt. Die orangefarbigen Backenfedern sind länger und erinnern an eine Mähne. Die Flügel sind braun-weiß-blau-orange gezeichnet. Der Bauch ist weiß, die Schwanzfedern braun. Alle Farben sind kräftig metallisch leuchtend und scharf abgegrenzt.
Mandarinenten sind in etwa so groß wie die allseits bekannten Stockenten. Erpel erreichen ein Gewicht von ca. 600 – 700 Gramm, weibliche Tiere 400 – 600 Gramm.
 

Lebensweise und Brutverhalten

Die Mandarinente lebt an Seen, Teichen oder Flüssen in Laubwaldnähe. Während die Enten im Winter friedlich in Gruppen leben, bilden sich im Frühjahr Paare, die dann ihre Brutplätze aufsuchen. Mandarinenten leben monogam, ein Pärchen bleibt lebenslang zusammen. Wenn ein Partner stirbt, dann gibt es für die überlebende Ente oft keine Verpaarung mehr. 

Da die Tiere empfindlich auf Stress und Lärm reagieren, suchen sie sich bevorzugt ruhige Nistplätze wie zum Beispiel bewaldete Inseln. Die Mandarinente baut ihr Nest in einer Baumhöhle oder in Altholzbestand, hin und wieder auch in einer Felsspalte. Das Weibchen legt 7 bis 12 lehmbraune Eier, aus denen nach einer Brutdauer von etwa 30 bis 31 Tagen die Küken schlüpfen. Die Brutzeit geht von Ende April bis Ende Juni und ausgebrütet wird ausschließlich von den Weibchen. Die Jungtiere werden von ihrer Mutter aus der Höhle gelockt und springen von dort ins Wasser. Es ist erstaunlich, dass die Küken dies unbeschadet überstehen, weil die Höhlen oft in einer Baumhöhe von 10 Metern oder höher liegen. Die männlichen Enten bewachen zu Beginn der Brutzeit noch das Nest, verlassen aber dann das Revier und leben während der Mauserzeit in Erpel-Gruppen. Mitte August kehren sie zu den weiblichen und den Jung-Tieren zurück. 

Nach ca. 14 Tagen beginnt die Befiederung bei den Küken mit den ersten Schwanzfederkielen, gefolgt von Schulter-, Brust und Flankenfedern. Bis zum vollen Federkleid vergehen etwa 6 Wochen, dann sind die Entchen fast ausgewachsen. Im ersten Herbst erfolgt die Umfärbung in das Alterskleid und im Alter von 9 bis 10 Monaten sind die jungen Mandarinenten geschlechtsreif. 

Die Weibchen beginnen nach der Brutzeit mit der Mauser, ca. 1 Monat nach den Erpeln. Zuerst wird das Kleingefieder gewechselt, dann die Steuerfedern und schließlich werden die Schwingen abgeworfen. Es folgt eine einmonatige Flugunfähigkeit, anschließend bildet sich das prächtige Gefieder neu.

Mandarinenten können ein Alter von 12 Jahren und mehr erreichen.
 

Nahrung

Hauptsächlich ernährt sich die Mandarinente von pflanzlichen Stoffen wie zum Beispiel Wasserpflanzen, Getreide und Eicheln. Der tierische Nahrungsanteil besteht aus kleinen Fischen, Insekten und Würmern.
 

Haltung als Ziervogel

In Zoos, Kleingehegen und Parks erfreut sich die Mandarinente einer großen Beliebtheit. Sie ist relativ unkompliziert in der Haltung, Fütterung und lässt sich auch gut züchten. Während der Paarungszeit sollte man die Erpel trennen bzw. kann es vorkommen, dass man auch die Ente vor extremer Zudringlichkeit des Erpels bewahren muss, denn die könnte unter Umständen lebensbedrohlich für das weibliche Tier werden. Wenn das Gehege ausreichend groß ist, lassen sich solche Rangeleien eher vermeiden. 

Nistkästen werden erhöht angebracht. In den ersten Aufzuchttagen dürfen die Jungtiere nicht gestört werden, da sie sehr ängstlich reagieren und die Nahrung verweigern könnten. Nach einigen Tagen in Ruhe legt sich die Nervosität und die Küken wachsen heran. 
Es gibt keine Hybriden zwischen Mandarinente und anderen Entenvögeln.
Die Mandarinente ist robust und winterhart und auch von ihren Ursprungsgebieten her Kälte gewohnt.
 

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Fotos Kim    Layout: Chawera