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Goldsittich
Aratinga guaroouba
 
Das Amazonasbecken mit seinen feuchtwarmen und grünen Regenwäldern ist die Heimat der zu den Keilschwanzsittichen gehörenden Goldsittiche.

Die für gewöhnlich in Schwärmen von bis zu 15 Vögel auftretenden Papageien haben jedoch nur ein bestimmtes Verbreitungsgebiet. Bisher hat man sie lediglich südlich des Amazonasstroms in der nordbrasilianischen Provinz Para, vorwiegend zwischen den beiden Amazonasarmen Tapajos und Tocantins, angetroffen.

Die verschiedenen Geschlechter lassen sich nicht leicht unterscheiden, da sowohl Männchen als auch Weibchen über das gleiche goldgelbe Gefieder mit grünen Hand- und Armschwingen verfügen.

Mit ihrer Größe von etwa 35 Zentimetern und einem Gewicht von ca. 230 Gramm können die Goldsittiche ausgezeichnet fliegen. Bei der gemeinschaftlichen Futtersuche am Tage fallen die Vögel wie auf ein geheimes Zeichen als Schwarm blitzschnell mit lautem Gekreische auf einen ausgewählten Futterbaum ein. Bei der Nahrungssorte sind sie jedoch wenig wählerisch, denn von Früchten über Samen, Beeren, Nüsse und Blüten verschmähen sie selbst Blattknospen nicht. Wenn die Nacht herein bricht, finden sich alle Mitglieder der Goldsittichgruppe in ihren Schlafplätzen in Baumhöhlen ein. 

 

Gewöhnlich fällt die Brutzeit der Goldsittiche in die Zeit von Dezember bis April, also dann, wenn die größten Niederschläge den Regenwald durchtränken. Die Kleinpapageien mit den langen Schwanzfedern beziehen dann trockene Höhlen in von den normalen Schlafplätzen abseits stehenden Bäumen. Die bis zu zwei Meter tiefen Nisthöhlen werden mit Hilfe der scharfen Schnäbel bearbeitet, indem die Tiere systematisch das Holz um die Höhlung herum und im Nest abknabbern. Das so gewonnene Abfallprodukt Holzspäne wird dann auch gleich als weiches Nistmaterial verarbeitet. 

Bei der Balzfütterung des Weibchens legt das Männchen einen Flügel über den Partner, was die recht enge Paarbildung der einzelnen Tiere noch unterstreicht. Aber auch der restliche Schwarm hält in einem für Papageien doch außergewöhnlichen Sozialverhalten zusammen. Alle Schwarmmitglieder helfen beim Bau der Nisthöhle gemeinschaftlich mit, und nicht nur das. Die Weibchen legen jedes ihrer 2-3 Eier in die gleiche Nisthöhle. Hier teilen sie sich nun abwechselnd die Brutpflege. Aber obwohl das Männchen nachts auch mit in dieser Nisthöhle schläft, beteiligt es sich nicht am Ausbrüten.

Sind nach einer Brutzeit von 28-30 Tagen die Jungvögel geschlüpft, kommen die Männchen jedoch ihren Pflichten nach, die kleine hungrige Vogelschaar satt zu bekommen. Die Nestlingzeit dauert ca. 2 Monate, wobei die Jungvögel immer mal wieder das Nest verlassen, bis sie groß genug sind, zusammen mit dem restlichen Schwarm zu ihren üblichen Schlafplätzen umzuziehen.

Diese besonders schönen Kleinpapageien stehen leider auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. 

Dies hat zweierlei Gründe: Zum einen wird ihr Lebensraum immer mehr durch die immer schneller werdende Abholzung des Regenwaldes eingeengt. Zum andern sind sie gerade bei Vogelliebbabern dank ihres attraktiven Federkleides besonders beliebt. Da Unsummen für Jungvögel bezahlt werden, werden die Gemeinschaftsnester systematisch ausgeräubert und nach Europa exportiert. Es ist zu hoffen, dass hier die Artenschutzgesetze besser greifen können und zum Überleben dieser seltenen Papageien rechtzeitig Reservate in den Amazonaswäldern geschaffen werden.

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Text und Fotomaterial: Chawera
Layout: Chawera


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