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Eiderenten
(Somateria molissima)

Die an den nördlichen Küsten Europas, Ostasiens und Nordamerika beheimatete Eiderente zählt zu den stärksten an das Meer gebundenen Entenvögeln. 

Mit einem Gewicht von mehr als 2 Kilo und einer Größe von etwa 60 cm gehört sie zu den größten Entenarten. 

Ihr Name wird häufig von dem bekannten Fluss „Eider“ abgeleitet, was jedoch wohl eher auf einer zufälligen Namensgleichheit beruht. Richtiger ist wohl eine Ableitung vom isländischen Gott „Ägir“. 

Die Geschlechter der Eiderenten lassen sich gut voneinander unterscheiden. 

Die Erpel tragen fast ganzjährig ein auffallend kontrastreiches Prachtkleid, welches schwarzweiß und grün gekennzeichnet ist. 

Die weiblichen Enten tragen das typische tarnfarbige braune mit dichten schwarzen Querwellen geschuppte Entengefieder. Beiden Geschlechtern gemeinsam ist jedoch die für diese Entenart charakteristische dreieckige Kopfform mit ihrem kopflangem, hoch an der flachen Stirn angesetzten Schnabel.

Als sogenannte Meeresente gehört die Eiderente zu den Tauchvögeln. mehr als 20 Metern zu überwinden. Sie kann minutenlang unter Wasser bleiben, taucht aber selten tiefer, da jeder Tauchgang sehr energieaufwändig und kräftezehrend ist.
Wie alle Zugvögel, fliegen auch die Eiderenten im Herbst in ihre angestammten Winterquartiere. Betrachtet man sie im Flug, erscheinen sie mit ihren im Gegensatz zu anderen Entenarten kräftigeren Flügelschlägen, sehr massig.
Sie sind dabei auffallend kurzhalsig, wobei sie ihren Kopf beim Flug sehr niedrig halten.

Ihre Fähigkeit, so tief zu tauchen, benutzt die Eiderente, um ihre Hauptnahrung, die Miesmuscheln, aus der Tiefe heraufzuholen. 

Eine zweite Fähigkeit verhilft der Eiderente diese Muscheln zu öffnen, denn sie knackt ihre Beute einfach mit Hilfe ihres Kaumagens, um dann später die Schalentrümmer als Speiballen auszuscheiden. Neben Miesmuscheln bereichert sie ihren Speiseplan auch noch mit Tintenfischen, Schnecken, anderen Muschelarten, Seeigeln und Seesternen, Krebsen oder kleinen Fischen, welche sie ebenfalls tauchend erbeutet.

Bereits ab Herbst beginnen die Erpel den Weibchen mit ihrem Balzverhalten zu imponieren. Diese lassen sich damit jedoch noch lange bis in den Spätherbst Zeit. Im Allgemeinen beginnen die Eiderenten erst im 3. Lebensjahr mit dem Brüten. Vor der Eiablage, also beim Nestbau, beginnt das Weibchen damit, sich die unter dem Bauch und Brust befindlichen Daunenfedern auszureißen. Diese dienen nicht nur dazu, das Nest für das Gelege weich auszupolstern, sondern es auch beim Verlassen abzudecken, um es vor neugierigen Blicken (eierfressenden Tieren) und vor zu starker Unterkühlung zu schützen. Ein Gelege wird nahe dem Wasser zwischen Steinen und Vegetationen angelegt und besteht in der Regel aus  4-6 Eiern. Die Weibchen brüten im allgemeinen sehr fest und nehmen während dieser Zeit wenig Nahrung auf, gebadet und getrunken wird aber täglich. 
Nach einer Brutzeit von knapp einem Monat schlüpfen aus den graugrünen Eiern einfarbig graue Küken. 

Die einzelnen Geschlechter weisen nach der Brutzeit ein spezielles Sozialverhalten auf. Die Erpel hatten anfangs ihre Weibchen zum Nest begleitet und in ihrer Nähe geruht. Nun aber ziehen sie sich zum Mausern gegen Ende der Brutzeit wieder auf das Meer zurück. 

Die frisch geschlüpften Jungen führt die Mutter sogleich hinaus auf das Meer, wo sie sich abwechselnd mit anderen Weibchen um den Nachwuchs kümmert, um sie vor Möwen und anderen Feinden zu beschützen. Die relativ selbstständigen Küken vereinen sich in Kindergärten mit Trupps von bis zu 100 Tieren.

Eiderenten können ein Alter von etwa 25 Jahren erreichen.
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Text und Fotos: Chawera
Diese wunderbaren Fotos dieser Eiderenten durften wir im Allwetterzoo Münster fotografieren und veröffentlichen.
Herzlichen Dank an dieser Stelle!



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