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Blaustirnamazone

Die Blaustirnamazone wird in zwei Unterarten unterteilt: die Rotbugamazone (amazona aestiva) und die Gelbbugamazone (amazona aestiva xanthopteryx). Die Einteilung ist in heutiger Zeit umstritten, da die Übergänge zwischen den beiden Unterarten sehr fließend sind. Auch mit der Venezuelaamazone werden die Blaustirnamazonen aufgrund der Färbung leicht verwechselt. Aestiva kommt übrigens aus dem Lateinischen und heißt übersetzt: „Die Schöne“.

Blaustirnamazonen, gut zu erkennen an der blauen Farbe am Köpfchen.
Farbenpracht der Blaustirnamazone

Die Blaustirnamazonen sind beheimatet in den Tropenwäldern und der Savanne Brasiliens (hauptsächlich Rotbugamazone) sowie im Nordosten Boliviens, Paraguay und Nord-Argentinien (Gelbbugamazone), wobei sich die Verbreitungsgebiete beider Unterarten stark überschneiden.

In ihrer Heimat leben die Blaustirnamazonen in großen Schwärmen, denen sich auch andere Amazonenarten gerne anschließen. Sie haben einen festen Tagesrhythmus, der mit morgendlichem Putzen beginnt. Anschließend fliegen sie zu ihrer bevorzugten Tränke und suchen dann ihren Futterplatz auf, wo sie den ganzen Tag verbringen. Mittags wird eine kurze Ruhepause eingelegt, abends noch mal die Tränke aufgesucht und schließlich der Ruheplatz für die Nacht. 

Die Brutsaison der Blaustirnamazonen dauert von Oktober bis März. Es werden meist 4 Eier in Bruthöhlen gelegt, die 28 bis 30 Tage ausgebrütet werden. Ein Ei wiegt ca. 23 bis 26 Gramm. Nach 50 bis 60 Tagen verlassen die Jungamazonen die Bruthöhle.

Blaustirnamazonen gehören zu den beliebtesten Papageien, weil man sie durch ihre Nachahmungsbegabung leicht zum Sprechen bringen kann, wenn man sich ausreichend mit ihnen beschäftigt. Wie alle Papageien, sollten sie paarweise oder im Schwarm gehalten werden, optimalerweise in einer Voliere oder in einem genügend großen Käfig mit täglichem Freiflug. Zur zusätzlichen Beschäftigung sollten Zweige zum Knabbern und Spielzeug (Sisalschnüre, Kletterbaum usw.) immer zur Verfügung stehen. Bei der Haltung in einer Voliere im Freien muss darauf geachtet werden, dass den Tieren im Winter ein Schutzraum zur Verfügung steht, der mindestens eine Temperatur von 5°C aufweist.

Wie bei den meisten anderen Papageienarten ist auch bei der Blaustirnamazone das Geschlecht äußerlich nicht zu erkennen. Sie erreichen eine Größe von ca. 35 bis 40 cm und werden ca. 40 Jahre alt, oft auch älter. Das Gefieder ist hauptsächlich grün, die einzelnen Federn schwarz gesäumt, die Stirn in Blauton, der Kopf sonst gelb, bläulich verwaschen, in grün übergehend. Die Schultern sind rötlich, evtl. gelblich, rote Flügelmarkierungen und rotes Band in den Schwanzfedern.

Pärchen beim schmusen :)

Neben Körnerfutter sollte man den Amazonen täglich Obst oder Gemüsesorten wie Paprikaschoten und im Frühjahr Keimfutter anbieten. Auf ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung ist unbedingt zu achten. Frisches Wasser sollte natürlich immer bereitstehen. Eine Beregnungsanlage bzw. Besprühen mittels einer Pflanzenspritze mit Wasser ähnelt ihrem natürlichen Lebensraum in den Regenwäldern und ist besonders während der Brutzeit zu empfehlen.

Die Zucht von Blaustirnamazonen außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes gestaltet sich oft sehr schwierig. Möchte man den Vögeln die Möglichkeit zur Nachzucht bieten, sollte ein Nistkasten mit den Maßen von etwa 40 x 40 x 60 cm (L x B x H) angeboten werden. Einige Wochen vor Brutbeginn sollte käufliches Eifutter beigemischt werden. Man sollte bedenken, dass die Vögel sehr empfindlich auf Störungen während der Brutzeit reagieren.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine Blaustirnamazone als Wohngefährten zuzulegen, sollte unbedingt bedenken, dass die Tiere ca. 40 Jahre alt werden, dass man sich täglich ausreichend mit den Vögeln beschäftigen muss und auch, dass sie eine sehr laute Stimme haben, die sie in täglichen Krächz- und Tobephasen auch präsentieren.

Blaustirnamazone Tussi

 

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Copyright 2001-2010 © Tierwissen.de
Text: Kim  Fotos: (1-3) Chawera
Layout: Chaweradesign



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