Köhlerschildkröte (Geochelone carbonaria)

Die zu den Halsberger-Schildkröten gehörende Köhlerschildkröte ist eine verhältnismäßig große und auffällige Landschildkröte.

Wie alle Halsberger-Schildkröten ist sie in der Lage, ihren Kopf senkrecht zur Panzeröffnung in einem S-förmigen Bogen einzuziehen. Die Dorn- und Seitenfortsätze an ihren Halswirbeln sind stark zurückgebildet. Ihr Becken ist nicht mit dem Panzer verwachsen.

Der Lebensraum der Köhlerschildkröten erstreckt sich in weite Gebiete von Panama, Kolumbien, Venezuela, Surinam, Guyana, Brasilien, Paraguay bis hin zum nördlichen Argentinien.

Hier findet man sie vor allem in Waldlichtungen, an Waldrändern oder in feuchten Grassavannen.


Sie ernährt sich hauptsächlich von pflanzlichen Produkten wie Blättern und Blüten, vor allem mag sie aber auch gerne Früchte. Sollte sich die Gelegenheit bieten, wird auch fleischliche Nahrung (tote Kleintiere) als willkommene Abwechslung des Speiseplans nicht verschmäht.

Im Aussehen hebt sich diese besonders hübsche farbenprächtige Schildkröte von den meisten anderen Landschildkrötenarten ab.

Ihre hohen Beine, welche ihr einen stelzenartigen Gang verleihen, sind für die Köhlerschildkröte charakteristisch und ermöglichen ihr die Fortbewegung auf sumpfigen Steppen und in Laubwäldern.


Ihr hoch aufgewölbter, bräunlich bis tiefschwarzer Rückenpanzer, bei dem die einzelnen Schilde (Areolen) auffällige gelbe Zentren zeigen, machen sie alleine schon zu etwas besonderem. Aber es gibt auch äußerliche Unterscheidungen der Köhlerschildkröten nach ihrer Herkunft. Denn die in nördlichen Gebieten lebenden Tiere haben diese beschriebenen gelben bis gelbroten Schuppen, während die in den südlichen Gebieten lebenden Tiere nur rote Flecken aufweisen.


Doch am meisten fällt dem Betrachter der wunderschön gekennzeichnete Kopf auf, dem diese Schildkrötenart auch ihren Namen zu verdanken hat.

Der Kopf besitzt gelbe, orange und rote Flecken die bei hellem Licht leuchten wie ein Stück brennende Kohle auf dem aufgeschichten Hügel des Köhlers, daher also der Name "Köhlerschildkröte".


Eine Abgrenzung zur ähnlich gezeichneten und somit nahen verwandten Waldschildkröte (Geochelone denticulata) ist allein durch die Fleckenzeichnung am Kopf nicht möglich.

Einzige Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Waldschildkröten und Köhlerschildkröten sind die Grundfarbe des Panzers, der bei der Waldschildkröte dunkelbraun bis hellbraun, aber niemals schwarz wie bei der Köhlerschildkröte ist. Gelbe Flecken finden sich auch als Zeichnung des Kopfes, diese geht jedoch niemals ins Rötliche über, wie sehr oft (aber nicht immer) bei der Köhlerschildkröte.

Charakteristisch für die Waldschildkröten sind paarige, relativ große Schuppen an der Kopfoberseite direkt hinter der Nase, die bei Köhlerschildkröten nicht zu finden sind.


Bei erwachsenen Exemplaren beträgt die durchschnittliche Panzerlänge etwa 30 Zentimeter, in Ausnahmefällen auch bis zu 50 Zentimetern, wobei Weibchen in der Regel kleiner sind.

Eine weitere Unterscheidung der Geschlechter ist, dass die Männchen einen konkaven Bauchpanzer haben sowie längere und dickere Schwänze als die Weibchen.

Die Geschlechtsreife und somit die Paarung und Eiablage erfolgt bereits mit 8 Jahren. Das Weibchen legt zwischen 4–8 Eier in eine etwa 20 Zentimeter tiefe Grube. Nach 115–150 Tagen schlüpfen die kleinen Schildkröten.


Wie fast alle Landschildkrötenarten ist die Köhlerschildkröte durch die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes vom Aussterben bedroht.
Sie steht somit auf der Liste 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens.