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Jaguar
(Panthera onca)

Die einzige in Amerika lebende Großkatze, und neben Tiger und Löwe die drittgrößte Katze der Welt, ist der Jaguar. Auf den ersten Blick kaum von einem Leopard zu unterscheiden, können sich beide Tiere in freier Wildbahn schwerlich begegnen. Das Verbreitungsgebiet des Jaguar ist das südliche und zentrale Amerika, während man den Leoparden auf den Kontinenten Afrika und Asien findet. Aber nicht nur räumlich lassen sich diese beiden Raubkatzen unterscheiden.

Das und an der Kehle ist seine Behaarung aufgehellt bis weiß. Das ansonsten kurze, dichte Fell ist am Bauch und am Hals länger. 

Der auch im Gegensatz zum Leoparden kürzere Schwanz ist an der Spitze schwarz. Auch im Körperbau lassen sich deutliche Unterschiede feststellen, denn ein Jaguar ist kräftiger und untersetzter, sowie mit kürzeren Beinen ausgestattet als sein vermeintlicher Doppelgänger vom anderen Kontinent.
Wer genau hinschaut, kann aber alleine an der Art der Fellzeichnung erkennen, ob es sich hier um einen Leoparden, Jaguar oder gar um einen Geparden handelt.

Als typische Einzelgänger leben Männchen und Weibchen für sich alleine in eigenen Jagdrevieren. Ein Revier kann eine Fläche von mehreren mit Hilfe von Duftmarken angebracht, welche auf Streifzügen oder Beutezügen durch das Revier ständig erneuert werden.

Nach Möglichkeit gehen Jaguare ihren Artgenossen außerhalb der Fortpflanzungszeit geflissentlich aus dem Weg, denn nur während der Paarungszeit gibt der Jaguar sein Einzelgängerleben für kurze Zeit auf, um mit einem Partner zusammen zu leben.

Wie bei anderen tropischen Katzen gibt es auch für die Paarungszeit des Jaguar keine festgelegte Jahreszeit. 

Kaum überhörbar sind dann aber seine grollenden Rufe im Urwald und in der Savanne. 

Nach einer kurzen Zeit des Zusammenlebens trennen sich dann aber wieder beide Tiere, um erneut ihre Reviere als Einzelgänger zu durchstreifen. Bei den weiblichen Tieren endet diese Einsamkeit, wenn sie nach einer Tragzeit von 93 bis 110 Tagen ihre Jungen im Schutz von dichtem Gewächs zur Welt bringen.

In der Regel handelt es sich hier um Zwillinge, es können aber auch bis Geschlechtsreife von etwa 2-3 Jahren bleiben die Jungtiere bei der Mutter. Erst dann trennt sich die kleine Familie und jeder geht wieder seiner eigenen Wege, wobei die Jungtiere sich auf die Suche nach eigenen noch nicht beanspruchten Revieren machen.

Zu dem bevorzugten Lebensraum des Jaguar gehören die Gebiete um Seen, Sümpfe und Flüsse, da sich hier besonders viele Beutetiere aufhalten. Die in der Savanne lebenden Jaguare tun sich gegenüber den Artgenossen aus dem Urwald bei der Jagd leichter, denn gerade in der Savanne versammeln sich häufiger jagdbare Pflanzenfresser an den verschiedenen Wasserstellen. Als dämmerungsliebendes Raubtier bricht der Jaguar zu seinen Beutezügen im Schutze der Nacht auf. Auf seinem Speiseplan stehen bevorzugt: Pekaris, Hirsche, Tapire, die jedoch schwerer zu erbeuten sind als kleinere Tierarten wie Vögel, größere Nagetiere, Pakas, Capybaras, Ameisenbären, Gürteltiere oder Leguane. Als ausgezeichneter Schwimmer macht er in Urwaldflüssen jedoch auch erfolgreich Jagd auf Schildkröten, Kaimane oder gar Fische. 

Obwohl er ein nicht so gewandter Kletterer ist wie andere Raubkatzen, z.B. Puma oder Leopard, so vermag er doch das eine oder andere Tier aus Bäumen und Baumwipfeln zu erwischen. 

Hier findet er oftmals im Geäst Faultiere, Äffchen oder Wickelbären. 
Anders als andere Großkatzen vermag der Jaguar mit Hilfe seiner Eckzähne seine Opfer alleine durch das „Aufknacken“ der Schädel zu töten, denn er besitzt einen außergewöhnlich starken Kiefer.

Diese Kombination von starker Kiefermuskulatur, massivem Kopf und kurzen kräftigen Eckzähnen wirkt wie eine Art Nussknacker, nur dass hiermit vom Jaguar meist gepanzerte Reptilien wie zum Beispiel Flussschildkröten erlegt werden.

Aber der Jaguar hat einen viel aussagekräftigeren Namen von den Eingeboren Südamerikas erhalten, der seine Art seine Beute zu schlagen nicht passender umschreiben kann: „Jag War“ was soviel bedeutet wie „Der im Fliegen jagt“.

Wie auch bei anderen Tierarten, gibt es beim Jaguar auch Farbmutante, weiße Albinos und den sehr bekannten schwarzen Jaguar. Dieser als „Panther“ bekannte Jaguar ist somit keine eigene Art oder Unterart des Jaguars, sondern einfach eine Laune der Natur, die rein zufällig auftritt, denn die schwarze Fellfärbung ist nicht rezessiv vererbt. 

 

Betrachtet man diese scheinbar völlig schwarzen Tiere jedoch bei hellem Tageslicht, und die Sonne scheint ihm im wahrsten Sinne des Wortes auf den Pelz, so läßt sich auch hier die Fleckenzeichnung im dunklen Fell gut erkennen. Dem schwarzen Panther wird Mythen zufolge eine besondere Gefährlichkeit angedichtet, welche aber nicht wirklich nachweisbar ist.

Die Lebenserwartung der Jaguare in freier Wildbahn liegt wohl um die 10-12 Jahre, in Gefangenschaft können sie aber weitaus älter werden.
 

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Copyright 03/2005 © Tierwissen.de
Text und Fotos: Chawera
Diese wunderbaren Fotos vom Jaguar und Panther durften wir im Krefelder Zoo fotografieren und bei uns veröffentlichen.
Herzlichen Dank an dieser Stelle!



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