Sand- oder Schmetterlingsmücken

Sandmücken, oder auch Schmetterlingsmücken genannt, sind nur bis zu vier Millimeter groß, gelbbraun und behaart. Ihre Flügel sind recht groß und geben ihnen dadurch ein schmetterlingsartiges Aussehen, wodurch sie ihren Namen bekamen.
Die Bezeichnung Sandmücken verdanken sie ihrer südlichen Herkunft und ihrer gelblichen Färbung. Charakteristisch sind ihre schräg nach oben gerichteten länglichen Flügel (Engelsflügel) und die rundlichen Augen.

Sandmücken sind nachtaktive Insekten, die von etwa 1 Stunde nach Sonnenuntergang bis ca. 1 Stunde vor Sonnenaufgang auf der Suche nach Blut sind.

Foto: Blaue Stunde - oder auch die große Suche beginnt.


Außerdem sind sie nur bei einer beständigen Temperatur über 20 Grad aktiv. In Europa betrifft das etwa die Zeit von Mitte Mai bis Ende Oktober. Mitte August bis Ende September sind die Hauptflugzeiten der Sandmücke.

Eigentlich nur durch die vermehrte Einfuhr von Hunden oder Katzen aus südlichen Ländern wurde bei uns überhaupt eine durch Sandmücken übertragene Krankheit bekannt – und zwar die Leishmaniose. Leider gibt es inzwischen auch vereinzelte Fälle bei Pferden.

Bei den Leishmanien handelt es sich um Parasiten (kleinste Geißeltierchen), die hauptsächlich von der Sandmücke übertragen werden. Sandmücken sind tropische Insekten, deren Verbreitungsgebiet sich in neuerer Zeit bis nach Südeuropa ausgeweitet hat. Mücken dieser Gattung konnten bereits am Oberrhein bis in den Frankfurter Raum nachgewiesen werden. Somit ist nicht mehr auszuschließen, dass sich die Leishmaniose auch bei uns weiter ausbreitet.


Tiere (selten Menschen) werden durch einen Stich der Sandmücke über einen Zwischenwirt mit Leishmaniose infiziert. Und zwar, wenn die weibliche Sandmücke (nur die können stechen) mittels eines kräftig entwickelten Stechrüssels bei einem Leishmaniose-infizierten Wirt (bei dem nicht unbedingt ein Ausbruch der Krankheit stattfindet) Blut saugt und anschließend einen anderen Wirt sticht und dabei die Erreger überträgt.

Zwischen beiden Mahlzeiten vermehren sich die Geißeltierchen im Verdauungstrakt der Sandmücken zum Teil so stark, dass ihr Mageneingang völlig blockiert ist.


Foto: Spielende Hunde im Sand - Wirt oder nicht Wirt?


Da man bis heute mindestens 9 verschiedene Stämme von Leishmania infantum kennt, können die Symptome und damit auch die Behandlung sehr unterschiedlich sein. Zu berücksichtigen sind auch die verschiedenen Vorkommensgebiete der unterschiedlichen Erreger. Eine Behandlung kann also z.B. in Spanien ganz anders aussehen als in Griechenland bzw. bei einem dort lebenden Tier, das sich in diesen Gebieten aufgehalten hatte. Die extrem gefährliche Leishmaniose kann trotz Behandlung tödlich verlaufen. Die Erreger befallen Leber, Milz und Rückenmark, so dass es für das Tier ein ziemlicher Leidensweg werden kann.

Die Inkubationszeit beträgt mindestens zwei Monate. Es kann aber auch erst nach Jahren zum Ausbruch der Krankheit kommen. Es gibt auch Tiere, die den Erreger zwar in sich tragen, es aber nicht zu Krankheitssymptomen kommt (latent infiziert).

Nach einer Infektion vermehren sich die Leishmanien in den weißen Blutkörperchen.
Besteht Verdacht auf eine Leishmanien-Infektion, suchen Sie bitte umgehend Ihren Tierarzt auf. Frühestens 14 Tage nach einer Infektion können mittels eines Bluttests.