Bremsen, Blinder Kuckuck oder Pferdebremse
(Tabanidae)

Zu den größten einheimischen Fliegenarten gehört zweifellos die Bremsen. Sie halten sich bevorzugt in der Nähe von Wild, Rindern und Pferden auf. Je nach Wetterlage können gerade Pferdebesitzer unterschiedliche Arten (in Deutschland bis zu 20 verschiedene) auf ihren Pferden beobachten.

Bei regnerischem Wetter oder an Feuchtbiotopen trifft man allgemein auf die eher unscheinbare graue Regenbremse. Ist es aber schön warm oder eher schwül, so ist die grünlich glänzende Blindbremse zur Stelle. Daher auch der Name „blinder Kuckuck“.

Am bekanntesten unter Pferdefreunden wird jedoch die Rinder- oder Pferdebremse sein, da sie zu den größten ihrer Art (bis ca. 30mm) gehört.

Es gibt in Deutschland unter anderem diese bekannten Arten: Goldaugenbremse, Rinderbremse, Gemeine Viehbremse, Pferdebremse, Regenbremse


Bei den meisten der etwa 4.000 bekannten Bremsenarten weltweit saugt das Weibchen Blut, während das Männchen Blüten besucht und Nektar saugt. Bei einigen Arten ernähren sich die Bremsenweibchen ebenfalls pflanzlich, während wieder andere, vorwiegend in den Tropen lebende Bremsen, von Aas leben. Nach dem Blutsaugen beginnen die Weibchen je nach Temperatur nach 4-7 Tagen mit der Eiablage an Pflanzen in stehenden Gewässern. Die Überwinterung in den vorwiegend milden Wintermonaten in Deutschland vollzieht sich im Larvenstadium. Die Entwicklung von der Larve bis zur Bremse, kann sich manchmal bis zu drei Jahre hinziehen. Im Frühling dann, mit den ersten warmen Sonnenstrahlen, kriechen die ausgewachsenen Larven in trockenere Bereiche, um sich dort zu verpuppen und zu schlüpfen.

Auch wenn man es bei der Menge an Bremsen kaum glauben mag, gibt es in unseren Gebieten pro Jahr nur eine Generation.


Schaut man sich Bremsen einmal näher an, fallen einem zuerst die großen Augen auf. Diese sind zum Teil behaart und vielfach mit goldgrünen, purpurnen und violetten Bändern und Flecken gezeichnet.

Durch ihre Augen können sie sich optisch orientieren und so ihren nächsten Wirt ausfindig machen. Sie suchen gezielt nach dunklen bis rötlichen Farben oder nach unten gerundeten größeren Gebilden, die dann auch sofort angeflogen werden.

Bremsen gehören mit zu den am schnellsten fliegenden Insekten. Informationen im Internet nach, können sie eine Fluggeschwindigkeit von etwa 70 km/h erreichen.


Der Einstich der blutsaugenden Bremsenweibchen (sie können bis zu 0,02 Milliliter Blut je Bremse saugen – bei vielen Bremsen je Wirtstier ein nicht zu unterschätzender Blutverlust!) ist im Gegensatz zu den Stechmücken um ein vielfaches schmerzhafter, da ihre Mundwerkzeuge wesentlich größer sind.

Wie andere blutsaugende Insekten auch, injizieren sie ein gerinnungshemmendes Sekret, welches bei der relativ großen Bisswunde ein Weiterbluten nach dem Saugen verursacht. Angelockt durch diese offenen Wunden lassen sich andere Fliegenarten diese leckere Mahlzeit nicht entgehen und laben sich an der offenen Wunde. Deshalb spielen Bremsen bei der Verbreitung von Infektionen oder Krankheiten wie der infektiösen Anämie eine tragende Rolle.

Besonders aktiv sind sie zwischen April und August an schwülen Tagen.