Hunderasse Rauhaardackel

Der Rauhaardackel ist wohl heute der beliebteste der drei verschiedenen Haarvarianten des Teckels und wird von Jägern ebenso geschätzt wie er als Familienhund beliebt ist.

Obwohl ihm Sturheit nachgesagt wird und er durch seinen berühmten Dackelblick allseits bekannt ist, wird sein liebenswertes Wesen von Groß und Klein gleich geschätzt und wer einmal einen Rauhaardackel als Begleiter hatte, der wird diese Rasse gerne wieder wählen.

„Es menschelt in einer Dackelseele wie in keiner anderen Hundeseele.“
(Zitat von Horst Stern)




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In der FCI-Gruppe 4, Nr. 148 werden alle Dachshund-Variationen von der FCI (Fédération Cynologique Internationale ) geführt. Dackel (auch Dachshunde oder Teckel genannt) werden in drei Größen unterteilt (Dackel, Zwergdackel und Kaninchendackel) und pro Größe in je 3 verschiedene Schläge, je nach Haarstil (Langhaar, Kurzhaar oder Rauhaar).

Im Jahr 2010 wurden beim VdH (Verband für das Deutsche Hundewesen) insgesamt 6.435 Welpeneintragungen beim Teckel vorgenommen, mit rückläufiger Tendenz. Im Jahr 1996 waren es noch über 12.000 Welpeneinträge. Trotzdem ist der Dackel seit vielen Jahren an zweiter Stelle bei der Welpenstatistik des VdH, nach dem Deutschen Schäferhund.

Ursprung und Züchtung:

Die ersten Aufzeichnungen über dackelähnliche Hunde stammen bereits aus dem Mittelalter. Es wurde von kleinen, kurzhaarigen, „raubzeugscharfen“ Hunden berichtet, die aber wenig Ähnlichkeit mit dem heutigen Dackel hatten. Damals waren die Hunde noch hochbeiniger und hatten einen etwas nach oben gewölbten Rücken.

Die genaue Entstehungsgeschichte lässt sich leider nicht zurück verfolgen, man kann nur Vermutungen zur Herkunft der Dackel anstellen.

Alle Dackelarten wurden ursprünglich rein für den jagdlichen Einsatz gezüchtet, wobei die kurzhaarige Teckelversion die Stammform der anderen Dackel sein dürfte. Durch Einkreuzung von verschiedenen Terrierarten, Pinschern und Bracken erhoffte man sich eine Verbesserung der jagdlichen Schärfe bei den Dachshunden. Weil die Hunde hauptsächlich zum Stöbern in Fuchs- und Dachsbauten gebraucht wurden, nannte man sie damals Tachskriecher, Tachswürger, Tachsschliefer oder auch Taxel, wovon sich der heutige Begriff „Dackel“ ableitet.

Auch hält sich weitläufig der Begriff „Dachshund“, welcher noch aus den historischen Zeiten seiner Nutzung als reiner Jagdhund herrührt. Heute kennt man allgemein nur eine eigentliche Hunderasse der Dachshunde. (Gruppe 4 FCI)

Hinsichtlich des Haarkleides schlägt beim heutigen Rauhaardackel häufig noch das weiche Fell des Dandie-Dinmont-Terriers durch. In der Zucht ist dieses weiche Fell aber nicht erwünscht (fehlerhaft) und besonders bei Jägern ist solch ein Hund verpönt, da er nicht ausreichend „wetterfest“ sei. Als Familienhund eignen sich die Rauhaardackel mit dem weichen Fell aber natürlich genauso gut wie die mit einem drahthaarigen Fell.

Weiterhin sollen auch Schnauzer bei den rauhaarigen Dachshunden mit eingekreuzt worden sein. Hierdurch wurden ziemliche Unterschiede im Erscheinungsbild des Rauhaarteckels erreicht, die schließlich durch die Einkreuzung von Kurzhaardackeln wieder vereinheitlicht wurden.

Im Jahr 1734 wurde der „Tachskriecher“ von Johann Tänzer als eine „absonderliche und schlimmbeinige Hundeart“ bezeichnet. Bereits damals waren die Dackelbeine sehr kurz und krumm. Heute sind diese Skelettdeformationen nicht mehr erlaubt, die Dackelbeine sollen zwar kurz, aber gerade stehend sein.

Das erste Dackelbuch wurde im Jahr 1885 geschrieben. Als erster Klub wurde im Jahr 1888 der Deutsche Teckelklub gegründet.

Die beiden kleinen Dackelarten, Zwerg- und Kaninchenteckel, entstanden erst Anfang des 20. Jahrhunderts.

Während man die Dachshunde in Norddeutschland als Teckel bezeichnet, ist der Ausdruck Dackel im Süddeutschen Raum gebräuchlich.

Der Dackel als Jagdgebrauchshund

Ursprünglich wurde der Dackel für die spezielle Baujagd gezüchtet, welche sich auf Fuchs und Dachs bezogen. Die kurzen Läufe und sein vergleichsweise geringer Brustumfang machten den Dackel zum idealen Jagdgefährten. Er war in der Lage in unterirdische Bauten der Wildtiere zu kriechen, wobei er jedoch diese nur aus seinen Bau jagen (Fachbegriff „sprengen“) und sich niemals selber auf eine Konfrontation mit Fuchs oder Dachs einlassen sollte.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Jagen unter der Erde mehr und mehr auf die Fuchsjagd verlegt, denn der Dachs wurde zu einer geschützten Tierart. Ein Dackel mit genügender Schärfe und Härte, sowie der nötigen Disziplin, wird auf den Fuchs genügend Druck ausüben um ihn dazu zu bringen, den Fuchsbau zu verlassen.

In unserer heutigen Zeit werden die Reviere und Jagdmöglichkeiten für Jäger immer kleiner. Auch sind die meisten nicht Hauptberuflich Jäger und brauchen somit Jagdgefährten welche gut in einer Wohnung gehalten werden können. Als kleinster Jagdgebrauchshund wird der Dackel trotz sinkender Welpenzahlen seine Bedeutung als Jagdhund nicht verlieren.

Aus Zeiten der Baujagd ist die zur Niederwildjagd gehörende Kaninchenjagd übrig geblieben, wobei jedoch die Kaninchen- oder Zwergdackel bevorzugt werden. Diese sind auch in der Lage, ein verletztes Kaninchen, welches sich zurück in den Bau geflüchtet hat, zu verfolgen, zu stellen und seinem Herrn zu bringen. Einem Apportierhund wäre das aufgrund seiner Grösse nicht möglich.

Da Enten ebenfalls zur Niederwildjagd gehören, eignen sich die Dackel als ausgesprochen Wasserfreudige Hunde dazu die erlegten Tiere aus dem Wasser zu apportieren

Ein Dackel eignet sich natürlich auch zur Stöberjagd oder Schweissarbeit doch hier werden häufig andere Jagdhunde genutzt, aktuell beliebt der Magyar Vizsla.

Dem Dackel als Jagdhund ist folgender Spruch gewidmet:
Durch Dornen und Hecken, durch Felsen und Spalt laut jagen
und stöbern in Bruch und Wald, suchen und finden,
das Kranke gestellt, auf Schweißfährte sicher,
das Tote verbellt, in tiefdunkeln Bauen, tobende Schlacht,
das ist's, was einen "Gebrauchsteckel" macht.

(Müller/Langen)

Erziehung eines Rauhaardackel

Der Rauhaardackel ist – wie bereits erwähnt – ein Jagdgebrauchshund und wurde hauptsächlich für die Arbeit im Fuchsbau gezüchtet. Hierfür ist es erwünscht, dass der Hund hartnäckig, energisch und furchtlos seine Arbeit verrichtet und auch eigenständige Handlung zeigt. Hieraus entstand seine sprichwörtliche „Sturheit“, die bei keiner anderen Rasse so häufig erwähnt wird wie beim Dackel. Der Jäger weiß diese Eigenschaften an dem kleinen Hund sehr zu schätzen, in der Familie sollte man aber darauf achten, dass der Dackel nicht die Führung übernimmt und dadurch zum kleinen Tyrann werden kann. Auch ein kleiner Hund braucht konsequente, aber dennoch liebevolle Erziehung und ganz besonders ein hartnäckiger Dackel.

In einer Hundeschule die Grundbegriffe der Erziehung zu lernen, sollte auch für Dackelbesitzer angebracht sein und die Teckel haben bei den an sie gestellten Aufgaben ihren Spaß. Ein Dackel möchte nämlich gerne beschäftigt sein, wenn man ihm dies und dazu noch Abwechslung nicht bieten kann, wird er sich selbst eine Beschäftigung suchen, wie zum Beispiel das Blumenbeet umgraben, Kinder auf Fahrrädern jagen, Schuhe zerkauen oder ähnliches.

Die Erziehung von Dachshunden ist nicht schwieriger als bei anderen Hunderassen, mit Liebe, Konsequenz und Geduld ist ein Dackel zu einem angenehmen Begleiter erziehbar. Die Begleithundeprüfung kann man mit einem Dackel leicht schaffen, während Agility keine gute Beschäftigungsform darstellt, eben wegen dem nicht belastbaren Rücken der Hunde.

Erkrankungen des Rauhaardackel

Bei allen Dackeln muss bedacht werden, dass sie - bedingt durch ihren langen Körperbau auf den im Verhältnis zu kurzen Füßen - empfindlich für Rückenerkrankungen sind. Besonders Bandscheibenschäden, oft als Dackellähme bezeichnet, sind bei Teckeln weit verbreitet.

Treppensteigen und Sprünge sollten für alle Dackel deshalb tabu sein! Beim ersten Anzeichen für einen Rückenschaden bitte sofort den Tierarzt aufsuchen! Die heutige Medizin hat für solche Erkrankungen wirksame Präparate, aber es gilt natürlich, möglichst früh erkennen, um wirksam eingreifen zu können. Zu bedenken ist auch, eine Dackellähme ist nicht heilbar und daher kann nur eine Linderung erziehlt werden wenn es noch nicht zu spät ist!!
Aus den gleichen Gründen sollte beim Dackel unbedingt darauf geachtet werden, dass er kein Übergewicht mit sich herum trägt, jedes Gramm zu viel belastet den Rücken unnötig.

Wenn man von ihrer Rückenschwäche absieht, sind Dackel robuste und gesunde Hunde, die außer für Impfung und Wurmkur selten einen Tierarzt brauchen.

Haltung und Pflege des Rauhaardackel

Die Pflege des Rauhaardackels beschränkt sich normalerweise auf gelegentliches Bürsten, da das Fell sehr pflegeleicht ist.
Tägliches Bürsten kann bei seidenhaarigen Rauhaardackeln angebracht sein, weil sonst Verfilzungen entstehen können.

Dachshunde sind kinderlieb und fügen sich gut in die Familie ein. Der Dackel ist kein Zwingerhund und sollte seinen Platz in der Wohnung haben.
Wie alle Hunde, brauchen auch Dackel ihren Auslauf, allerdings ist ihr Bewegungsbedürfnis nicht allzu groß. Ausgedehnte Spaziergänge werden aber mit Begeisterung bewältigt, Dackel haben eine gute Kondition und Ausdauer.

Der Rauhaardackel ist auch ein ausgesprochen wasserfreundlicher Hund.
Baden und planschen in Gewässern gehören zu seinen liebsten Beschäftigungen.

Autofahrten mit dem Dackel sind problemlos, wenn man bereits den jungen Hund daran gewöhnt.

Charakter des Rauhaardackel

Ebenfalls durch seine ursprüngliche Bestimmung als Jagdhund neigt der Dackel zum Kläffen. Wenn der Dackel eine Wildspur verfolgt, zeigt er seine Begeisterung lautstark, indem er dabei Jaul- und Kläfftöne von sich gibt, der Jäger weiß dadurch, wo sich der Hund gerade aufhält und kann auch an der Art des Kläffens erkennen, welche Art Spur der Hund gerade verfolgt bzw. wie frisch die Fährte ist. Bei der Haltung als Familienhund kann zuviel Gebelle unterbunden werden, indem man dem Hund eine Beschäftigung bietet. Dies kann zum Beispiel das Spiel mit Kindern sein, wobei der Rauhaardackel sehr kinderlieb ist und er begeistert mit Kindern wild tobend durch den Garten saust. Der Rauhaardackel ist weder ängstlich noch aggressiv, er zeigt gegenüber unbekannten Dingen eine interessierte Neugier.

Begegnet dem Rauhaardackel beim Spaziergang eine frische Fährte oder es läuft ihm ein Hase über den Weg, ist er kaum zu bremsen. Hier sollte frühzeitig eingegriffen werden, zum Beispiel durch den Besuch einer guten Hundeschule. Spätestens im Alter von 9 – 12 Monaten erwacht in dem Hund der Jagdtrieb.

Sollte der Dackel während einem Spaziergang wegen einer Fährte abhanden kommen, wartet man am besten am „Verlorenpunkt“ auf ihn. Es kann zwar Stunden dauern, aber der Dackel wird zu diesem Punkt zurückkehren und dort sein „Rudel“ suchen, bevor er sich selbst auf den Heimweg begibt.

Jeder Dackel möchte seinem Herrn gefallen und ist gerne bestrebt, den Wünschen und Anforderungen, die an ihn gestellt werden, gerecht zu werden.
Er ist ein sehr intelligenter, lernfreudiger und temperamentvoller Hund.

Steckbrief vom Rauhaardackel
Gesamterscheinung:Niedere, kurzläufige, langgestreckte Gestalt, sehr muskulös, Haltung des Kopfes keck herausfordernd, aufmerksamer Gesichtsausdruck. Die obere Profillinie verläuft harmonisch vom Nacken bis zur leicht abfallenden Kruppe.
Proportionen: Die Körperlänge soll in einem harmonischen Verhältnis zur Widerristhöhe stehen, etwa 1 zu 1,7 bis 1,8. Der Bodenabstand soll etwa ein Drittel der Widerristhöhe betragen.
Körperbau: Langgestreckter, eher flacher Kopf, gleichmäßig zur Nase hin schmaler werdend, jedoch nicht spitz, nur angedeuteter Stop. Deutlich ausgebildete Augenbrauenbögen. Ovale, mittelgroße, gut auseinander liegende Augen mit klarem freundlichem Ausdruck, dunkelrotbraun bis schwarzbraun. Glas-, Perl- oder Fischaugen können bei gefleckten Hunden vorkommen. Nicht übertrieben lange und nicht zu weit vorne angesetzte, abgerundete Ohren, dicht an der Wange anliegend. Frei und hoch getragener Hals. Leicht gewölbter Nacken, ausgeprägter Widerrist, fester und gut bemuskelter Rücken, gerade oder leicht nach hinten geneigt, mit breiter und leicht abfallender Kruppe. Kräftige und gut ausgeprägte Brust mit ausreichend Platz für Herz und Lunge. Leicht aufgezogener Bauch. Die Rute wird in Verlängerung der Rückenlinie getragen und ist nicht zu hoch angesetzt, eine geringfügige Krümmung im letzten Drittel ist erlaubt. Die Gliedmaßen sind kräftig bemuskelt und gut gewinkelt mit weder ein- noch ausdrehenden Ellenbogen. Gerade nach vorne gerichtete Pfoten mit gut gepolsterten Ballen und kurzen kräftigen Krallen.
Bewegung: Raumgreifende, fließende und schwungvolle Bewegung mit kräftigem Schub und einer leicht federnden Übertragung auf die Rückenlinie.
Fell: Gleichmäßig anliegendes, dichtes, drahtiges Deckhaar, mit Unterwolle durchsetzt. Deutlich ausgeprägter Bart, buschige Augenbrauen. Die Ohren sind gleichmäßig kurz- und glatthaarig. Rute gleichmäßig und eng anliegend behaart.
Größe und Gewicht: Die Einordnung der Dackel in die verschiedenen Größen erfolgt frühestens im Alter von 15 Monaten anhand einer Messung des Brustumfangs.

Standarddackel: Brustumfang 35 cm und mehr » Gewicht ca. 6 – 9 kg
Zwergdackel:      Brustumfang 30 – 35 cm » Gewicht ca. 4 – 5 kg
Kaninchendackel: Brustumfang weniger als 30 cm » Gewicht bis 4 kg
Farben: Saufarben (braun-grau meliert), schwarz mit roten Abzeichen oder dürrlaubfarben (blond). Selten getigert, gestromt oder schokoladenbraun
Lebenserwartung:15 Jahre, häufig älter

Buchvorstellungen und DVD zum Rauhaardackel