Hunderasse Malteser („Bichon Maltais“)

Beim Malteser denkt man gerne an verwöhnte Schoßhündchen mit Schleifchen im Pony. Aber obwohl diese Hunde klein sind, sind sie doch auf gar keinen Fall „langweilig“.

Sie sind munter, aufgeweckt und bewegungsfreudig.

In der Entstehungszeit war der Malteser als Ratten- und Mäusefänger geschätzt, heute ist er ein beliebter Gesellschafts- und Begleithund.

Ursprung und Geschichte:

Seinen Namen hat der Malteser nicht, wie oft gedacht, von der Insel Malta sondern er leitet sich von dem semitischen Wort „mälat“ bzw. dessen Adjektiv „maltais“ ab, was so viel wie Hafen oder Zuflucht bedeutet. Denn diese kleinen erstaunlichen Hunde machten sich ursprünglich als Ratten – und Mäusefänger in den Häfen, Schiffsladeräumen und Lagerhallen in den Küstenorten des zentralen Mittelmeerraumes nützlich. Zur damaligen Zeit gab es in der Adria eine Insel Melitea, die längst versunken ist. Angeblich ist diese Insel der Ursprungsort der Malteser, wovon ebenfalls der Name abgeleitet sein könnte.

Der Malteser ist eine sehr alte Hunderasse, die nachweislich schon seit über 2.000 Jahren existiert. Aus der Zeit der Pharaonen und dem alten Griechenland waren auf Abbildungen weiße langhaarige Zwerghunde zu sehen ... die Vorfahren des Maltesers und aller bichonartigen Hunde.

Die alten Griechen liebten diese Hunde so sehr, dass sie sogar nach dem Tod des geliebten Tieres kunstvolle Grabstätten und Gedenksteine anfertigen ließen. Denn so wie der Hund sie während seines Lebens geliebt hatte, wollten sie ihn auch nach seinem Tod weiter in Ehre halten. Von Aristoteles wurden die Hunde als „Canes Melitensis“ bezeichnet.

Bis zum Untergang des römischen Reiches schmückten sich nicht nur die schönsten Frauen des Reiches mit einem Malteser, sondern auch alle, die Rang und Namen hatten. Beispielsweise der große Imperator Claudius besaß Malteser.

Mit dem Untergang des römischen Reiches nahm auch die Popularität der Malteser ab. Erst im 14. Jahrhundert wurden wieder vom Hochadel solche Hunde bevorzugt.

Der erste englische Malteserbesitzer war Heinrich der VIII. Und seine Tochter bekam 1583 einen Malteser von einem Sultan aus der Türkei geschickt, da die Haltung eines solchen Schoßhundes in der damaligen sogenannten „feinen Gesellschaft“ ein absolutes Muss war.

Queen Victoria fing an, diese Hunderasse zu züchten, als es immer weniger Malteser in England gab. Die Queen wollte die guten Eigenschaften dieser Rasse unbedingt erhalten.

Von 1859 – 1873 wurden im englischen Kennelclub 24 Malteser eingetragen. Lange Zeit wurde man sich nicht schlüssig, welcher Unterart man den Malteser zuordnen sollte. Einige wollten wegen seines Temperamentes, dass der Malteser zu den Terriern gezählt wurde und andere meinten, dass der Malteser wegen seinen Felles und Körperbaus doch den Spaniel zuzuordnen wäre. Doch man einigte sich darauf, dass man den Malteser nicht in irgendeine Gruppe stecken kann, sondern diese Hunde einfach eine eigene Gruppierung haben ... und zwar die des “Maltesers“!

Haltung des Malteser:

Wenn man sich einen Malteser in die Familie holen möchte, sollte man sich auf jeden Fall erst einmal über diese Rasse (wie bei jedem anderen Hund auch) gründlich informieren.

Natürlich kann man einen Malteser leichter in einer kleinen Stadtwohnung unterbringen als einen Irischen Wolfshund, aber dennoch will der kleine Hund beschäftigt und ausgelastet werden. Malteser sind ausgesprochen kinderfreundliche und agile Hunde, die ihren täglichen Auslauf wie jeder andere Hund auch brauchen. Er ist der ideale Begleiter für Leute, die regelmäßig, aber nicht unbedingt zu lange spazieren gehen. Aber auch über längere Wanderungen freut sich dieser Hund.

Ein Malteser ist sowohl für ältere Leute wie auch für Familien mit Kindern geeignet. Er fühlt sich in der Stadt genauso wohl wie auf dem Land, solange man ihm genügend Beschäftigung durch Spiel, Sport und Spaziergänge bietet.

Solch ein kleiner Hund weckt bei manchen Leute das Bedürfnis, ihn ständig herumtragen zu wollen. Der Malteser ist aber ein selbstbewusster kleiner Hund, der am liebsten auf seinen eigenen Füßen läuft und auf dem Arm seiner Halter zu einem Kläffer werden kann.

Pflege des Malteser:

Mit seinem langen seidigen Fell ist der Malteser ein recht anspruchsvoller Hund bezüglich der Pflege. Das Fell muss täglich gebürstet werden, damit es keine Knoten bekommt oder verfilzt. Ein Kurzhaarschnitt im Sommer erleichtert Herrchen und Frauchen die Pflege und hilft auch dem Hund, die hohen Temperaturen besser zu ertragen.

Bei nassem Schmuddelwetter nimmt das lange Fell leicht Schmutz und Nässe an, was bei seiner weißen Farbe besonders auffällt. Nach dem Spaziergang sollte er deshalb gebürstet oder bei Bedarf auch die Pfötchen und der Bauch abgewaschen werden.

Der Malteser bekommt keinen Haarwechsel, was besonders in der Wohnung sehr angenehm ist.

Man sollte bedenken, dass Hunde mit weißem Haarkleid wie der Malteser häufig zu Hautallergien neigen bzw. Sonnenbrand gefährdet sind.

Verhalten und Charakter des Malteser:

Der Malteser ist sehr anhänglich seinem Besitzer gegenüber, jedoch bei Fremden verhält er sich eher misstrauisch. Normalerweise neigt er nicht zu übermäßigem Bellen, es sei denn, er bekommt zu wenig Aufmerksamkeit oder Zuwendung. Er ist ein sehr treuer Hund mit einem ausgeglichenen Temperament. Er beweist aber auch listigen Mut und Wachsamkeit. Der Malteser hat ein würdevolles Auftreten und zeigt Intelligenz und Lernwilligkeit.

Steckbrief vom Malteser
Ursprung: Italien
Kopf: schwarze große Nase mit ausgeprägtem Stop, große dunkle Augen, lang behaarte Hängeohren
Rute: über dem Rücken getragen, reich befranst
Fell: rein weiß, bodenlang, glatt, seidig, dicht, schimmernd, glänzend, ohne Unterwolle, kein Fellwechsel
Farben: zugelassen sind alle Farben, ein- und mehrfarbig, wobei bestimmte Blau-Kombinationen zu Haarlosigkeit führen können (wie oben beschrieben)
Größe: Rüden: 21 – 25 cm Hündinnen: 20 – 23 cm
Gewicht: 3 – 4 kg
Lebenserwartung: sehr hoch, 16 Jahre und älter

Buchvorstellungen, DVD oder anderes zum Malteser