Hunderasse Hovawart

Geschichtlich reicht der Hovawart bis ins Mittelalter zurück. Sein Name stammt aus dem Mittelhochdeutschen: "Hova" der Hof und "wart" der Wächter, was auf seine ursprüngliche Verwendung hindeutet.

In einem mittelalterlichen Rechtsbuch der Jahre 1274/75 welches von einem unbekannten Geistlichen in Augsburg verfaßt wurde, findet der "hovewart" bereits seine Erwähnung und wird mit seinen bis heute gültigen Funktionen beschrieben.

In der Übersetzung heißt es dort: "Ein Hund heißt hovewart, der jemanden Häuser und Höfe Tag und Nacht hütet..."



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Ursprung und Züchtung:

Obwohl es den Hovawart somit bereits seit Jahrhunderten gab, ging sein Bestand im Laufe der Zeit weit zurück. Erst um 1920 besann man sich wieder auf diese edle Hunderasse und begann mit den Restbeständen der alten Bauernhunde des Harzes und des Schwarzwaldes die neuerliche Zucht des Hovawart. Man griff dabei auf Abbildungen und Beschreibungen der Hunde zurück, da die ursprüngliche Rasse bereits als ausgestorben galt. Mit Hilfe dieses alten Zuchtpotentials schuf der Hunderassenforscher Karl F. König, den Hovawart, wie wir ihn heute kennen. In abgelegenen Dörfern des Harzes und des Schwarzwaldes fand er die langhaarigen derben Bauernhunde, die König als "Typhunde" bezeichnete.

Neben diesem Urtyp waren noch weitere Hunderassen für das heutige Bild des Hovawarts bestimmend: Der Neufundländer, der Kuvacz, der Leonberger; der Deutsche Schäferhund. Vereinzelt findet man auch Hinweise auf die Einkreuzung afrikanischer Wild- oder Windhunde im 2. Weltkrieg. Inwieweit dieses jedoch den Tatsachen entspricht lässt sich so ohne weiteres nicht beantworten.

Seit 1922 wurden Hovawarte planmäßig in einem Zuchtbuch erfaßt. Im Jahre 1936 wurde der Hovawart offiziell anerkannt und ist bis in die heutige Zeit wieder zu einer beliebten Hunderasse angewachsen. Im Jahre 1964 fand er seine Anerkennung als Gebrauchshund.

Der Hovawart ist heute eine von der Fédération Cynologique Internationale (FCI Nr. 190, Gr. 2, Sek. 2.2) anerkannte deutsche Gebrauchshunderasse.

Die Erziehung eines Hovawart

In der Fachliteratur wird über den Hovawart als gemütlichen und leicht lenkbaren Familienhund berichtet. Dabei ist dieser große, agile, selbständige und intelligente Hund wie der Hovawart kein leicht zu erziehender Hund. Alleine seine Herkunft als Hüter des Hofes zeigt, dass er nicht als dümmlicher Bewacher am Eingang angekettet war, sondern selbstständig Haus und Hof bewachte. Er war sogar so intelligent, das eigene Entscheidungen von ihm erwartet und auch getroffen wurden.

Daraus entstand ein Hund mit einer starken Bindung an sein Rudel, sowie viel Bewegungsdrang, Toleranz anderen Lebewesen gegenüber, aber auch eine große Wach- und Verteidigungsbereitschaft. Eine ständige Trennung von seinen Bezugspersonen, durch andauernde Zwingerhaltung, würde zu seelischen Schäden führen. Der Hovawart denkt mit, und somit kann jede noch so kleine Schwäche und Unaufmerksamkeit des Hundehalters von im registriert und sofort zu seinem Vorteil ausgenutzt werden.

Wer Führungsschwächen bei einem dominanten Hovawart zeigt, muss oft seine Führungsposition ständig neu beweisen.

Am besten erreicht man bei seinem Hovawart etwas, wenn man ihn mit Spaß und Freude erzieht. azu gehören tägliches spielen um seinen Bewegungsdrang zu berücksichtigen sowie um die Beziehung zwischen Hund und Herrn aufzubauen.

In der Einzelarbeit auf einem vernünftigen Hundeplatz blühen viele Hovawarte auf denn ihn einfach nur im Garten laufen zu lassen, ist für einen so arbeitsfreudigen Hund viel zu wenig. Die Größe des Hauses oder des Grundstücks spielt beim Hovawart kaum eine Rolle, sondern die Zeit, die der Besitzer für seinen Hund erübrigen kann und will. Auch Rad fahren, Bergwandern oder Joggen ist eine tolle Sache für Mensch und Hund.

Zusammenfassend lässt sich somit sagen, der Hovawart ist laut Rassenstandard ein kraftvoller, mittelgroßer, langhaariger Gebrauchshund, der gerne als Schutz-, Fährten-, Rettungs- und Blindenhund eingesetzt wird. Aber auch im Turnierhundesport ist ein Hovawart mit ganzem Herzen dabei. Für manche Hundesportarten wie das bekannte Agility ist der Hovawart grundsätzlich zu groß und zu schwer, um im Vergleich mit kleineren und leichteren Vertretern anderer Hunderassen konkurenzfähig zu sein. Hier tut man sich und seinemHund keinen Gefallen. Allerdings gibt es hier auch einzelne Übungen die auch für den Hovawart eine schöne Beschäftigung sein kann.

Trotz aller Beimischungen ist der Hovawart aber in erster Linie immer noch ein Lagerhund geblieben. Der Begriff Lagerhunde stammt daher, dass der Herdenschutzhund in den Wintermonaten mit der Herde zurück ins Dorf zog um dort anschließend mit seiner Familie entweder im Haus oder auf dem Hof lebte um es zu bewachen. Für den Hoavart bedeutet dies: Er hat seinen eigenen Kopf und seine eigenen Vorstellungen von der Welt. Und diese Vorstellungen setzt er auch seinem Menschen gegenüber durch – mit angeborenem Selbstbewusstsein und mit intelligentem Ungehorsam. Ein Hovawart ist nicht eigenwillig, er ist eigenständig. Er muß überzeugt werden – er ist ein Hund mit Charakter. Bei entsprechender Erziehung ist er jedoch ein hervorragender Familienhund.

Beschreibung und Aussehen des Hovawart

In der Gesamterscheinung ist der Hovawart ein großer, prächtiger, ziemlich schwerer, aber nicht plumper, sondern eleganter und wendiger Hund in Rechteckformat. Die Geschlechtsunterschiede sind vor allem an Kopfform und Körperbau deutlich erkennbar: Rüden und Hündinnen unterscheiden sich vor allem bei Kopfform und Körperbau, die Weibchen sind deutlich kleiner und feingliedriger, der Kopf ist schmaler. (Siehe Fotos Schwarzmarken = Rüde, Schwarz = Hündin)

Sein auffallend schöne Haarkleid ist lang und gewellt, in drei unterschiedlichen Farben: Schwarzmarken, Blond und schwarz. Eine Verschwechslung des blonden Hovawart mit Golden Retrievern, sowie des schwarzen Rassenvertreters mit dem Flat-coated Retriever passiert gerade nicht mit der Hunderasse Hovawart vertrauten Personen leicht.

Schwarzmarken:

Das Haarkleid ist schwarz und glänzend, die Farbe der Markenzeichnung mittelblond. Die Brustmarke besteht aus zwei nebeneinanderliegenden Flecken, die miteinander verbunden sein können. An den Vorderläufen reichen die Marken, von der Seite gesehen, von den Zehen bis etwa zum Vordermittelfuss und laufen auf der Hinterseite in Höhe der Ellenbogen aus. An den Hinterläufen ist, von der Seite gesehen, die Markenzeichnung unterhalb des Sprunggelenkes als breiter Streifen, oberhalb des Sprunggelenkes nur noch als schmaler Streifen sichtbar, der auf der Vorderseite der Hinterläufe bis in die Höhe der Bauchdecke reicht. Auch unterhalb des Rutenansatzes ist eine Markenzeichnung vorhanden.

Die Zeichnung ist in allen Bereichen klar abgegrenzt. Einzelne kleine weisse Flecken an der Brust sowie einzelne weisse Haare an Zehen und Rutenspitze sind zulässig.

Am Kopf beginnt die Zeichnung unterhalb des Nasenrückens und reicht um die Lefzenwinkel herum bis in die Kehlmarke.

Die punktförmigen Abzeichen über den Augen sind deutlich sichtbar. Die Pigmentierung an Lidern, Lefzen und Ballen ist schwarz.


Schwarz:

Das Haarkleid ist schwarz und glänzend. Einzelne kleine weiße Flecken an der Brust sowie einzelne weiße Haare an Zehen und Rutenspitze sind zulässig. Die Pigmentierung an Lidern, Lefzen und Ballen ist schwarz.

Schwarze Hovawarte machen ca. nur 10% der gesamten Hovawarthunderasse aus und sind somit schon etwas besonderes.

Eine Verwechslung mit dem Flat Coated Retriever kann nur äußerlich geschehen, denn im Gegensatz zum Hovawart ist dieser Retriever ein passionierter Jagdhund mit unermüdlichem Finde- und Apportierwillen. Der Hovawart hingegen, sollte weniger Beutetrieb aufweisen, da er dem ursprünglichen Wächter von Haus und Hof so nahe als möglich kommen soll.


Blond:

Das Haarkleid ist mittelblond, glänzend, und wird zum Bauch hin sowie an den Läufen heller. Einzelne kleine weiße Flecken an der Brust sowie einzelne weiße Haare an Zehen und Rutenspitze sind zulässig. Die Pigmentierung an Lidern, Lefzen und Ballen ist schwarz.

Mancher Hundefreund verwechselt den blonden Hovawart gerne mit dem Golden Retriever. Am besten kann man eine Unterscheidung am unterschiedlichen Wesen der beiden Hunderassen vornehmen.

Das unter Retriever Hundehalter bekannte Sprichwort: „Ein Golden vertreibt keinen Einbrecher; stattdessen freut er sich über den Besuch und hilft jenem, die Wertsachen aus dem Haus zu tragen“ bezeichnet ohne weitere Erklärungen den Unterschied zwischen dem eher menschenfreundlichen blonden Retriever und dem blonden Hovawart der sein Heim mit dem Hab und Gut seines Menschenrudels bewacht.

Steckbrief vom Hovawart
Kopf und Schädel:kräftiger Kopf mit breiter gewölbter Stirn und deutlichem Stop
Augen:mandelförmige, dunkle, mittelgroße Augen mit anliegenden Lidern
Ohren:unten abgerundete dreieckförmige Ohren, mittelgroß, herabhängend und locker anliegend, die Ohröffnung verdeckend
Fang:kräftig, eher stumpf als spitz, Lefzen anliegend, kräftiges Scherengebiss
Hals:mittellang, kräftig, reich behaart, guter Übergang in Schulterpartie
Vorderhand:schräge lange Schulter; Läufe gerade, kräftig, stark behaart 
Körper:breite, tiefe und kräftige Brust; bemuskelter Rücken straff und gerade; breite, leicht gewölbte Lendenpartie; leicht abfallende Kruppe, nicht zu lang
Hinterhand:stark bemuskelt und gut gewinkelt mit breiten Sprunggelenken, ohne Afterklauen, gut behost
Pfoten:kräftige, geschlossene Pfoten mit harten Ballen
Rute:reich behaart, kräftig im Ansatz, zur Spitze verjüngt, bis unterhalb der Sprunggelenke reichend, aber nicht  bis zum Boden, im Stand herabhängend, im Affekt hoch geschwungen, aber nie gerollt
Haarkleid:schlichtes oder leicht gewelltes derbes Langhaar mit wenig Unterwolle, ohne Locken, glatt auf dem Rücken
Farbe:schwarz mit oder ohne Abzeichen, blond, dunkelblond. Augen-, Nasen- und Krallenfarbe wie Fellfarbe, jedoch nie zu hell
Größe:Rüden: 63 - 70 cm 
Hündinnen: 58 - 65 cm 
Gewicht:Rüden: 35 - 40 kg
Hündinnen: 30 - 35 kg
Pflege und Gesundheit des Hovawart

Der Hovawart ist ein pflegeleichter Hund. Tägliches Bürsten ist nur während des Fellwechsels notwendig. Alles, was Sie für die Pflege brauchen, ist eine Bürste und griffbereites Frotteehandtuch, um bei Regenwetter Bauch und Füße trocken reiben zu können. Das Fell des Hundes muß glänzen und darf nicht stumpf, struppig oder gar filzig wirken. Ein gewisser Haarverlust der Unterwolle ist normal, so lange es nicht zu kahlen oder sehr lichten Stellen führt. Ursachen für starken Haarausfall können in der Regel Stoffwechselprobleme mit oftmals ernstem Hintergrund sein. Ebenfalls kann zu dichtes Haar welches auch durch den Fellwechsel nicht ausfällt ein Zeichen für Hormonelle Störungen sein.

Durch strenge Selektionsmaßnahmen in den letzten Jahren konnte der Befall der besonders bei großen Rassen weit verbreiteten Hüftgelenksdysplasie (HD) beim Hovawart auf wenige Prozent gesenkt werden.

Das Lebensdurchschnittsalter der Hovawarte liegt bei 12 Jahren.


Ernährung:

Hovawarte sind meist keine mäkeligen Fresser.

Dies bedeutet aber nicht, dass man sie mit irgendetwas füttern sollte.

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für seine Aktivität, seine Gesundheit und sein Aussehen.