Hunderasse Chihuahua

Der Chihuahua (sprich: Schiwawa oder Tschiwawa) ist die kleinste anerkannte Hunderasse der Welt.

Mit seinem lustigen Gesicht, das durch die großen Stehohren und die Kulleraugen beherrscht wird, erfreut sich sowohl der Kurzhaar- als auch der Langhaar-Chihuahua weltweit immer größerer Beliebtheit. Obwohl er für seine Größe relativ viel Bewegung und Auslauf benötigt, ist dieser pflegeleichte Hund auch in einer kleineren Stadtwohnung sehr gut zu halten.
Bei der FCI (Fédération Cynologique Internationale) ist der Chihuahua mit der Nr. 218 der Gruppe 9 der Gesellschafts- und Begleithunde zugeordnet.




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Ursprung und Geschichte:

Über die genaue Herkunft dieser Rasse sind sich die Experten bis heute noch nicht einig. Lange Zeit war man sicher, dass der Chihuahua seinen Ursprung in Mexiko hatte, wo die Spuren solch kleiner Hunde bis ca. ins 7. Jahrhundert vor Christus zurück verfolgt werden konnten. Sicher ist, dass ein dem Chihuahua ähnlicher kleiner Hund den Tolteken, einem voraztekischen Stamm, heilig war. Und auch die Azteken haben diese Hunde später verehrt. Diese heiligen Tiere wurden Techichi genannt und dienten den Priestern als Sakralspeise. Die Azteken glaubten daran, dass die Hunde mit ihren leuchtenden großen Augen ihren Herren nach deren Tod den Weg ins Paradies weisen würden. Deshalb wurden die Hunde mit ihren verstorbenen Menschen gemeinsam verbrannt.

Neuere Nachforschungen vermuten den Ursprung der Chihuahuas in Ägypten, von wo sie um 700 vor Christus über die Seefahrt nach Malta gelangten. In Malta kann der Chihuahua ebenfalls weit zurück in der Geschichte nachgewiesen werden. Und erst von dort soll die Rasse dann zu unbekanntem Zeitpunkt nach Amerika weiter vorgedrungen sein.

Einzig durch geologische und archäologische Funde ist bewiesen, dass die unmittelbaren Vorfahren dieser kleinen Weggefährten aus Mexiko, genauer aus dem Bundesstaat Chihuahua, stammen, dem sie auch ihren Namen verdanken.

In den USA wurde diese Rasse dann weiter veredelt. Der erste Chihuahua wurde dort 1904 registriert und 1923 wurde der erste Standard festgelegt. Von Amerika aus fand der Chihuahua anschließend seinen Weg in die große weite Welt.

Die geschichtlichen Erwähnungen und Bilder des Chihuahua beziehen sich alle auf die kurzhaarigen Vertreter dieser Rasse. Der Langhaar-Chihuahua wurde durch Einkreuzung anderer Rassen (vermutlich Papillon und Zwergspitz) erst im 20. Jahrhundert von den Amerikanern geschaffen.

Lange Zeit stellte die offene Fontanelle (kleine Öffnung im Schädeldach) eine körperliche Besonderheit dieser Rasse dar. Während dieses Merkmal früher häufig und erwünscht war, findet man die offene Fontanelle beim Chihuahua heute zum Glück nur noch selten. Man kann sich vorstellen, dass das Risiko einer Verletzung an dieser brisanten Stelle besonders hoch ist.

Haltung des Chihuahua:

In der Wohnung eher ruhig und anpassungsfähig, sind Chihuahuas draußen eifrige Wanderer und auch nach einem stundenlangen Spaziergang noch nicht müde. Für ihre Größe sind sie extrem ausdauernd und kaum müde zu bekommen. Sie toben gerne mit gleich „großen“ Hunden, spielen auch mal mit Katzen oder Kaninchen (besonders, wenn sie zusammen aufgewachsen sind) und natürlich auch gerne mit Kindern. Die Eltern sollten ihre (kleinen) Kinder aber unbedingt beaufsichtigen, da die zierlichen Hunde durchaus „zerbrechlich“ sein können. Im allzu rauen Spiel könnte den Tieren unbeabsichtigt ein Beinchen oder die Rippen gebrochen werden. Chihuahuas dürfen nie als Spielzeug missbraucht werden! Wie bei anderen Hunden auch, liegt die Verantwortung für das Wohlbefinden des Hundes niemals bei den Kindern, sondern bei den Eltern.

Einen Chihuahua sollte man, wenn möglich, in Gemeinschaft halten, da die Hündchen ein stark ausgeprägtes Rudelverhalten besitzen. Chihuahua-Halter besitzen häufig zwei oder mehr Hunde. Mit anderen Tieren und Hunden sind diese kleinen Weggefährten eher verträglich, wobei sie großen Hunden und manchmal auch Katzen lieber aus dem Weg gehen. Ein großer spielender Hund kann solch einen Zwerg leicht ungewollt verletzen.

Durch ihre handliche Größe verleiten Chihuahuas uns Menschen gerne dazu, sie verhätscheln und ständig tragen zu wollen. Aber man sollte immer bedenken, dass auch der Chi ein zwar kleiner, aber doch ein „ganzer Hund“ ist, mit all den Bedürfnissen und Eigenschaften dieser Gattung, der am liebsten auf seinen eigenen vier Beinen läuft.

Einen großen Garten benötigt der Chihuahua nicht. Er ist auch in der Wohnung gut zu halten. Man muss ihm dann allerdings ausgedehnte Spaziergänge oder sportliche Betätigung zukommen lassen, damit er ausgeglichen ist und sich nicht langweilt. Die Leine sollte immer an einem Brustgeschirr befestigt werden, da dieser zierliche Hund bei einem gröberen Ruck am Halsband gesundheitlichen Schaden nehmen könnte.

Pflege des Chihuahua:

Sowohl der kurzhaarige als auch der langhaarige Chihuahua sind sehr pflegeleicht. Sie benötigen regelmäßiges Bürsten und sehr selten mal ein Bad (ein- bis zweimal jährlich). Mit ihren kleinen Füßchen tragen sie kaum Schmutz in die Wohnung und bei nassem Matschewetter sind sie schnell abfrottiert. Es sollte eine weiche Bürste für die Fellpflege verwendet werden, beispielsweise eine Babybürste. Für das seidige Haar des Langhaar-Chihuahuas kann vorsichtig ein Kamm benutzt werden.

Da der Chihuahua nur sehr wenig Unterwolle besitzt (beide Haarvarianten), hat er ein erhöhtes Wärmebedürfnis. Obwohl er bei ausreichend Bewegung und flottem Spaziergang im Winter auch ohne Mäntelchen auskommt, kann man ihm aber durchaus bei Nässe oder Kälte etwas überziehen, besonders wenn der Hund sich beim Aufenthalt im Freien nicht übermäßig bewegt bzw. wenn er offensichtlich friert. Die passende Winterbekleidung für Chihuahuas kann man im Zoobedarf erwerben oder bei handarbeitlicher Begabung selbst fertigen.

In das Körbchen (oder auf den Sessel) des Chihuahuas gehört eine weiche Decke, da diese Hunde aufgrund ihres Wärmebedürfnisses gerne zugedeckt schlafen. Sehr beliebt sind deshalb auch Schlafplätze in Heizungsnähe oder eng angekuschelt an ihren Menschen oder tierischen Partner.

Falls sich die Krallen des Chihuahuas nicht genügend ablaufen, kann es hin und wieder nötig sein, diese vom Tierarzt etwas stutzen zu lassen. Dies muss regelmäßig kontrolliert werden.

Verhalten und Charakter des Chihuahua:

Chihuahuas sind sehr agil, lauffreudig, freundlich, verschmust und verspielt. Trotz allem sind sie dennoch auch sehr wachsam und überraschen häufig durch ihren großen Mut. Im Wesen gibt es allerdings Unterschiede zwischen Kurz- und Langhaar.

Während die langhaarigen Chihuahuas eher sanft, verträglicher und zurückhaltender sind, geht der kurzhaarige Chihuahua kaum einem Streit aus dem Weg, reagiert auch mal aggressiv und bellt mehr.

Beide Varianten sind sehr anhänglich und stark auf ihre Bezugsperson fixiert. Sie neigen zu Eifersucht und drängen sich gerne in den Vordergrund, um die Aufmerksamkeit ihres Menschen zu erregen. Haben sie dies erreicht, lassen sie sich gerne stundenlang den Bauch kraulen und drehen sich dabei wohlig auf den Rücken. Sie genießen Streicheleinheiten sehr und geben dabei häufig auch leise grunzende Laute von sich.

Chihuahuas sind sehr neugierig und beim leisesten Geräusch hellwach, um dies sofort zu ergründen. Ihre Menschen können in ihrer Anwesenheit nichts tun, was sie nicht bemerken würden. Sie verfolgen interessiert jede Bewegung. Draußen widmen sich die temperamentvollen Hunde deshalb auch eifrig der Mäusejagd.

Die intelligenten Chihuahuas lernen schnell und leicht die verschiedensten Kunststücke. Man sollte sich nicht scheuen, mit den arbeitsfreudigen Tieren eine Hundeschule zu besuchen. Sogar im kleinsten Agility-Parcours sind Chihuahuas eifrige Sportler und die Lieblinge des Publikums.

Bei der Erziehung tut man sich mit einem Langhaar-Chihuahua allgemein wegen seiner Nachgiebigkeit leichter, während der Kurzhaar-Chihuahua gerne versucht, die Vormachtstellung im Mensch-Hunde-Rudel zu übernehmen.

Gesundheit und Krankheiten des Chihuahua:

Leider ist der Chihuahua anfällig für einige Krankheiten, was aber nicht bedeutet, dass alle Chihuahuas krank sind.

Die häufigste Erkrankung beim Chihuahua ist die Patella-Luxation (PL). Sie kann vererbbar oder altersbedingt sein, betrifft aber auch jüngere Tiere. Es handelt sich um eine meist schmerzhafte Verschiebung der Kniescheibe (Patella). Diese Krankheit tritt bevorzugt bei Zwerghunderassen auf und kann manchmal mit einer Spritzenkur ausgeheilt werden. Bei öfterem Auftreten der PL wird der Tierarzt meist zu einer Operation raten. Vorbeugen kann man, indem man den Hund keine Treppen steigen lässt und auch Sprünge möglichst vermeidet. Da diese Hunde ja nicht schwer sind, sollte es kein Problem sein, den Kleinen an Treppen zu tragen oder ihn beispielsweise auf das Sofa zu heben.

Anfällig ist der Chihuahua auch für Zahnstein, wie viele andere kleine Hunderassen auch. Vielleicht liegt es daran, dass man glaubt, der kleine Hund könnte (dürfte) keine Knochen kauen. Man sollte schon beim Welpen darauf achten, dass er genug Möglichkeiten hat, an Kaustangen, Kauknochen und anderen Kauartikeln (keine splitternden Fleischknochen) zu knabbern. Der Zoofachhandel hält hier ein breites Angebot, auch für kleine Hunde, bereit.

Chihuahua-Babys werden manchmal heute noch – wie bereits oben erwähnt - mit einer offenen Fontanelle geboren, die sich aber normalerweise kurz nach der Geburt schließt, leider nicht immer. Für den Hund ist die offene Fontanelle lebensgefährlich. Man muss in diesem Fall sehr aufpassen, dass dem Hund nie etwas auf den Kopf fällt und auch, dass man beim Streicheln ganz wenig Druck auf den Kopf des Hundes ausübt, da der kleinste Schlag tödlich für den Hund enden kann.

Obwohl die hervorstehenden „Glubschaugen“ beim Chihuahua erwünscht sind bzw. bei den Käufern der Hunde, sollte nicht mit Hunden mit übermäßig vorstehenden Augen gezüchtet werden, da lebenslange Augenprobleme hier vorprogrammiert sind. Wählen Sie Ihren Welpen nicht nach dem Merkmal der größten Augen aus.

Bei bestimmten Farbkombinationen kann Haarlosigkeit, meist erst im Alter von 6 Monaten, auftreten. Mit diesen Tieren sollte nicht weiter gezüchtet werden. Sie müssen vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt werden, da sie auf der haarlosen Haut leicht einen Sonnenbrand oder Hautekzeme bekommen.

Rassevarianten des Chihuahua

Es gibt außer den verschiedenen Haartypen auch zwei unterschiedliche Typen des Chihuahuas, was den Körperbau betrifft. Der „Cobby Type“ ist die kräftigere Variation mit etwas kürzeren Beinen, während der „Deer Type“ zierlicher und hochläufiger ist.

Extremzucht:

Obwohl der Chihuahua als die kleinste Hunderasse der Welt gilt, genügt dies manchen Menschen noch nicht. Es wird gerade mit Chihuahuas, aber auch gerne mit Yorkshire-Terriern immer wieder versucht, neue „Größen“rekorde aufzustellen. Der bisher kleinste Chihuahua soll 539 Gramm gewogen haben und gerade mal 10 Zentimeter hoch (nicht viel höher als eine Zigarettenschachtel) gewesen sein. Dass solche Extremzuchten häufig nicht überlebensfähig sind, es oft zu Totgeburten oder Unfruchtbarkeit kommt, wird von diesen Züchtern einfach in Kauf genommen. Bitte suchen Sie nicht nach einem extrem kleinen Hund, um solche Machenschaften nicht noch zu unterstützen.

Steckbrief vom Chihuahua
Wurfstärke: meist 2 – 3 Welpen, selten 4 oder mehr
Kopf: apfelförmig, rund, mit gut sichtbarem Stop, zwischen den Fledermausohren relativ breit, Stirnfurche möglich, kurze spitze Schnauze mit meist schwarzer Nase, große glänzende schwarze Augen.
Körperbau: meist rechteckiger Körper, selten quadratisch, Rute im Bogen über dem Rücken oder leicht seitwärts getragen, gerade Läufe
Fell: Kurhaar: anliegendes, weiches, glänzendes Fell mit wenig Unterwolle
Langhaar: langes, seidiges, feines, glattes bzw. gewelltes Fell mit leichter Unterwolle, reich behaarte Rute und Hose, Fransen an den Ohren
Farben: zugelassen sind alle Farben, ein- und mehrfarbig, wobei bestimmte Blau-Kombinationen zu Haarlosigkeit führen können (wie oben beschrieben)
Größe: 16 – 22 cm Schulterhöhe
Gewicht: 0,5 bis 2,5 kg, wobei ein Gewicht um 2 kg ideal ist. Aus gesundheitlichen Gründen sollte mit zu kleinen und zu leichten Tieren nicht gezüchtet werden.
Lebenserwartung: etwa 15 - 17 Jahre, Hunde die weniger als 1 kg wiegen, haben eine deutlich kürzere Lebenserwartung
Chihuahua in der Musik

„... What is all about?
What can bring you love?
Ohhhhhhh Chihuahua ...“


Im Frühjahr 2003 wurde ein Song mit dem Titel „Chihuahua“ veröffentlicht, interpretiert von dem Schweizer DJ Bobo. Leider kann man aus der Übersetzung des Textes nicht ergründen, ob dieser Titel dem kleinen Hund oder dem mexikanischen Staat gewidmet wurde.

Aber vielleicht ist der Titel des Ohrwurms auch nur so eine Floskel wie „Lalala“. ;-) DJ Bobo selbst soll auf die Frage, ob das Lied eine besondere Bedeutung hat, geantwortet haben: „Natürlich. Wenn Du Stress hast, sag einfach Chihuahua und alles wird gut.“


Buchvorstellungen, DVD oder anderes zum Chihuahua