Hunderasse Australian Cattle Dog

Der Australian Cattle Dog ist ein mittelgroßer Herdentreibhund. In Australien zählt er zu den beliebtesten Hunderassen, hauptsächlich wegen seiner Passion, dem Schafe hüten. In Europa erfreut sich der ACD zunehmender Beliebtheit bei sportlich aktiven Menschen.

Voller Respekt und Anerkennung wird in Australien vom Australian Cattle Dog als „des Mannes bester Freund im Busch“ gesprochen, denn ohne zweifel hat dieser Hund in den Herzen der Australier einen besonderen Platz gefunden.


Dieser Hund aus Down under hat mehr als einen Namen, weithin ist er auch als Queensland Heeler, Australian Heeler, Red oder BlueHeeler, aber auch Halls Heeler bekannt. Aber in Europa gibt es nur eine Bezeichnung: Australian Cattle Dogs.


Ursprung und Züchtung:

Der Ursprung dieser Hunde war die Suche nach einem Treibhund, der den extremen Bedingungen Australiens gewachsen ist. Zum heißen Klima kamen die verwilderten, wehrhaften Rinder und das riesige Outback, in dem die Tiere zu hüten, zu beschützen und über weite Strecken zu treiben waren. Die mit den ersten importierten Herden mitgekommenen Collies, Bobtails und andere Hütehundrassen waren in ihrer ursprünglichen Heimat wohl Spezialisten auf ihrem jeweiligen Gebiet, den harten Bedingungen in Australien jedoch nicht in jeder Lage gewachsen. Das führte dazu, dass man den einzigen einheimischen, optimal ans Klima angepassten Wildhund Australiens, den Dingo, mit verschiedenen Hütehundrassen verpaarte. Es zeigte sich , dass man über12 Generationen Hunde mit Dingoeinschlag züchten musste, um einen optimalen Arbeitshund zu erhalten und die unerwünschten Wildhundeeigenschaften wie Wildern, mangelnden Gehorsam oder scheues Verhalten auszumerzen.

Unter den relativ spät ein gekreuzten Rassen war der Dalmatiner, der dem Cattle Dog unter anderem seine ungewöhnliche Färbung gab. ACD- Welpen werden auch heute noch weiß geboren und man kann oft nur an den großen Körperflecken ( Ohren oder Gesicht ) erkennen, ob der Hund blau oder rot wird. Einkreuzungsversuche von Bullterriern führten zu unerwünschter Härte. Dieser Einfluss zeigt sich heute beim ACD nur noch in der gedrungenen Körperform und dem kräftigen Kopf.

Als letzte Rasse kam der Austalische Kelpie dazu, um die Treibereigenschaften, die durch den Einfluss der Dalmatiner etwas zugunsten der Lauffreudigkeit abgenommen hatten, wieder zu intensivieren.

Seit 1893 wird die Rasse Australian Cattle Dog rein gezüchtet. Seitdem hat er sich in seiner Form und seinem Charakter nicht mehr wesentlich verändert. Er ist immer noch ein sehr ursprünglicher Hund: Hündinnen werden zum Teil nur einmal im Jahr läufig und säugen ihre Jungen nur bis zur vierten Woche. Leben mehrere Hündinnen zusammen, so nimmt oft nur die ranghöchste Hündin auf und bekommt Nachwuchs.

Wesen und Charakter:

Der ACD ist ein sehr charaktervoller, selbstständiger Hund. Er braucht konsequente Erziehung und Aufgaben, die seiner Intelligenz und seiner Bewegungsfreude gerecht werden. Heutzutage bieten die vielen Hundesportangebote eine sehr gute Möglichkeit für den Cattledog, seiner Arbeitsfreude und Wendigkeit ein Beschäftigungsfeld zu bieten.

Der ACD ist ein ausgeglichener, wachsamer Familienhund, der jedoch gefordert werden will, um alle seine positiven Eigenschaften zum Ausdruck bringen zu können. Verhaltensstörungen sind sonst voraussehbar!

Australian Cattle Dog mögen es nicht wenn man versucht ihren Willen zu brechen da von diesen Hunden aufgrund ihrer Nutzung als Herdentreibhund verlangt wurde, eigene Entscheidungen zu treffen. Aufzwingen lässt er sich somit nichts, aber bei konsequenter und gerechter Führung geht er eine sehr starke Bindung und Kameradschaft mit „seinem“ Menschen ein. Am liebsten ist er dann immer ganz nahe bei seinem Familienverbund, dem Menschen und eignet sich somit nicht als Hofhund oder gar Zwingerhaltung.

Eignung:

Der Australian Cattle Dog besitzt eine geringe Jagdleidenschaft was ihn als Reitbegleithund prädestiniert. Durch seinen überdurchschnittlichen Folgetrieb gegenüber seinem Menschen ist er ein angenehmer und unkomplizierter Gefährte bei schönen Ausritten in der Natur. Grundvoraussetzung ist jedoch auch hier - Übung mach den Meister, denn von Geburt an weiß auch ein Australian Cattle Dog nicht wie Pferde reagieren.

Seiner ursprünglichen Arbeit am Rind entmächtig, ist der arbeitsfreudige Hund aber keine Couch Potato sondern möchte etwas tun. Gerne nimmt er an allen möglichen Hundesportangeboten wie Obedience, Agility, Flyball, Dogdancing, Treibball, Frisbee oder anderen Bereichen des Hundesports teil. Selbst bei der Berufshundeausbildung wird er zum geschätzten Partner.

Natürlich gibt es auch heute noch einige Australian Cattle Dogs bei uns, die als Hüte- und Treibhunde eingesetzt werden. Vorwiegend jedoch dort wo es ein Sport ist.
Eine Trennung in Show- und Arbeitslinie wird von vielen zwar so genannt, gibt es im Grunde aber nicht, denn zum Hüten sind sie geboren – das lieben sie!

Steckbrief vom Australian Cattle Dog
Kopf: Der Kopf ist kräftig, mit breitem Oberschädel, der sich zu einem leichten, aber deutlichen Stop abflacht. Der Fang ist breit, tief und kraftvoll. Er wird zur Nase hin schmaler. Die Lefzen sind straff anliegend. Das Gebiss ist ein regelmäßiges gut schließendes Scherengebiss. Die Augen sind von ovaler Form und mittlerer Größe, weder vorstehend noch tief liegend, sie müssen Wachsamkeit und Intelligenz ausdrücken. Die Farbe der Augen ist dunkelbraun. Die Ohren sind von mäßiger Größe, am Ansatz breit, leicht zugespitzt. Sie sind auf dem Schädel weit auseinander aufgesetzt und aufrecht stehend. Der Hals ist kräftig, muskulös, von mittlerer Länge, zum Körper hin breiter werdend, ohne Wamme.
Körperbau: Die Oberlinie ist horizontal. der Rücken ist kräftig. Die Lende ist breit, stark und muskulös. Die Kruppe ist langgezogen und abfallend.Die Brust ist tief muskulös und mäßig breit. Die Flanken sind tief.Die Rute reicht etwa bis zum Sprunggelenk und hängt in der Ruhe in einem sehr leichten Bogen herunter. In der Bewegung darf sie nicht senkrecht getragen werden.
Gliedmaßen: Die Vorderhand ist gerade und steht auf runden, geschlossenen Pfoten. Die Schulter ist kräftig, schräg gelagert, gut bemuskelt und von kräftiger Substanz. Die Hinterhand ist breit, kräftig und muskulös. Die Hinterläufe stehen parallel, weder zu eng beisammen, noch zu weit auseinander. Die Pfoten sind rund und geschlossen mit unempfindlichen Ballen.
Bewegung: Das Gangwerk ist geradlinig, frei, unermüdlich und soll zu schnellen Wendungen und Bewegungen befähigen. In Ruhe stehen alle vier Pfoten gerade auf dem Boden.
Farben: Blau Die Farbe blau sollte getüpfelt oder gesprenkelt sein . Erlaubt sind lohfarbene Abzeichen, schwarze Körperflecken jedoch nicht.
Rot: Die Farbe rot sollte entsprechend der blauen Farbe verteilt sein. Rote Flecken am Körper sind erlaubt, aber nicht erwünscht.
Haarkleid: Das Haarkleid ist glatt und liegt flach an. An den Hinterseiten der Läufe bildet es eine angedeutete Hose. Um den Hals ist das Haar dicker, die durchschnittliche Haarlänge sollte 2,5 bis 4 cm sein.
Größe: Die Widerristhöhe für Rüden beträgt 46 – 51 cm, bei Hündinnen 43 – 48 cm.
Anmerkung was ist ein Couch-Potato?

Dieser Begriff stammt aus dem US-amerikanischen Slang und gilt als das Klischee einer Person, die einen Großteil ihrer Freizeit auf einem Sofa oder einem Sessel mit Fernsehen, Junk Food essen und Bier trinken verbringt. Der Begriff hat eine negative Konnotation. Zu diesem Klischee gehört auch, dass Couch-Potatoes übergewichtig und von insgesamt ungepflegter Erscheinung sind. Als Beispiel gilt die US-Zeichentrickfigur Homer Simpson aus der Serie Die Simpsons.


Buchvorstellungen, DVD oder anderes zum Australian Cattle Dog