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Buch zum Reitbegleithund

Reitbegleithunde

Pferdefreunde sind meist auch Hundefreunde und in den meisten Reitställen kann man deshalb auch einen oder mehrere Hunde antreffen. 

Hunde und Pferde verstehen sich normalerweise sehr gut, kommen prima miteinander aus und erkennen sich auch gegenseitig. Das Pferd erkennt "seinen" Hund oft schon am Bellen und ein Hund findet  "sein" Pferd auf der Koppel schon von weitem, auch wenn sich eine ganze Herde dort tummelt. 

Bis dies soweit ist, sollte man als Tierbesitzer allerdings eine gewisse Vorsicht walten lassen und in der Eingewöhnungszeit die Tiere genau beobachten, damit es nicht zu Unfällen kommt. 


Ein Huftritt kann beim Hund sehr schlimme Verletzungen verursachen und auch Hunde können Pferde durch Bisse böse verletzen. Viele Pferde sind von Natur aus misstrauisch gegenüber Hunden eingestellt, besonders bei großen Hunden kann es schnell gefährlich werden, wenn der Urinstinkt der Angst vor Wölfen beim Pferd durchbricht.

Deshalb müssen Hund und Pferd anfangs genau beobachtet werden, erst wenn beide keine Angst und keine Aggressionen zeigen, kann man daran denken, den Hund auf Ausritten mitzunehmen.


Der Hund als Pferdebegleiter

Es gibt ein paar grundsätzliche Regeln, welche man beachten muss, wenn man einen Hund am Pferd mitnehmen möchte, damit dies für alle Teilnehmer angenehm und nicht etwa stressig oder gar ärgerlich wird:

Für einen einstündigen Ausritt in allen Tempi sollte der Hund mindestens 1 Jahr alt sein, damit Knochen, Sehnen und Gelenke des jungen Hundes nicht überlastet werden.

» Der Hund sollte eine Grundausbildung genossen haben, sollte die wichtigsten Befehle wie Halt, Platz, Komm und Bleib sicher und zuverlässig befolgen.

» Der Hund darf auf keinen Fall Wild verfolgen. Jäger haben leider immer noch das Recht, Hunde zu erschießen, wenn der Verdacht besteht, der Hund könnte wildern bzw. wenn der Hund sich zu weit von seinem menschlichen Begleiter entfernt. Es empfiehlt sich, wenn man seinen Hund am Pferd mitnehmen möchte, sich bei dem für das Reitgebiet zuständigen Jäger zu erkundigen, diesem den Hund zu beschreiben und zu versichern, dass der Hund nicht jagt.

» Zur Sicherheit sollte der Hund ein deutlich sichtbares Halsband mit Adressanhänger tragen, bei Dämmerung ein Reflektor-Halsband.

» Auch das Pferd sollte ruhig und gelassen reit- und führbar, sicher im Straßenverkehr und natürlich bereits an den Hund gewöhnt sein.


Mit oder ohne Leine?

Auch hier ist vor allem das zutreffende Jagdgesetz entscheidend, welches je nach Bundesland unterschiedlich ist. Sollte der Hund nicht "wild fest" sein, jeder Spur nachhetzen und nicht mehr auf Zuruf reagieren, ist ein Ausritt selbstverständlich nur mit Leine möglich. 

Einen folgsamen Hund, der sich nicht weit von Pferd und Reiter entfernt, Katzen, Hasen und andere Tiere ignoriert, kann man auch ohne Leine (auch hier besser nach Rücksprache mit dem zuständigen Jäger) neben dem Pferd herlaufen lassen. Je nach Hunderasse und Bundesland müssen selbstverständlich auch die aktuellen Kampfhundeverordnungen berücksichtigt werden.


Erstmal üben!

Es ist sinnvoll, erst mal mit Pferd und Hund und möglichst noch einer weiteren Begleitperson, die im Notfall eingreifen kann, ein paar gemütliche Spaziergänge zu machen. So werden die Tiere leicht aneinander gewöhnt. Auch kann man bei solch einem gemeinsamen Spaziergang mit Pferd und Hund an anderen Pferdeweiden vorbei gehen, damit Pferde vom Hund als etwas ganz natürliches ansehen werden. Als nächster Schritt empfiehlt es sich, erst mal auf dem Reitplatz oder in der Reithalle im Schritt zu reiten und den Hund dabei neben sich zu führen. Der Hund sollte (wie beim Fahrrad-Fahren) rechts neben dem Pferd laufen, an der strassenabgewandten Seite. 

Soll der Hund ohne Leine mitlaufen, darf er nicht zu weit vor rennen und auch nicht zu weit hinterher bummeln. Er sollte auf Zuruf kommen und alle Befehle von oben genauso gut wie vom Boden befolgen. 


Kleine ruhige Hunde kann man auch mal auf kürzeren Ausritten und nur im Tempo Schritt in einer Satteltasche mitnehmen, wie hier auf dem Foto zu sehen. Hier wurde improvisiert und eine normale Tasche am Westernsattel befestigt. Eine gefährliche Situation wäre hier, falls der Reiter zu Fall kommt und das Pferd in Panik weglaufen würde. In solch einem Notfall sollte der Hund sich selbst aus der Tasche befreien und herausspringen können.

Die ersten Ausritte sollten im Schritt gemacht werden, dann vorsichtig im Trab testen, wie der Hund sich verhält. Nimmt man den Hund an der Leine mit, sollte man das Pferd sicher mit den Zügeln in einer Hand beherrschen.

Auch das Anleinen vom Pferd aus sollte funktionieren. Je nach Größe von Hund und Pferd kann man dem Hund beibringen, mit den Vorderläufen an der Pferdeschulter hochzusteigen, dann tut man sich leichter mit dem Anleinen.


Idealerweise läuft der Hund neben der Mittelhand. Trotzdem sollte die Hundeleine lang genug sein, dass der Hund auch mal vor und hinter dem Pferd gehen kann, was z.B. auf schmalen Pfaden nötig wird. Die Leine darf niemals am Sattel festgemacht werden! Natürlich auch nicht ums Handgelenk wickeln, im Notfall muss man sie schnell loslassen können.

Der VFD (Vereinigung der Freizeitreiter in Deutschland e.V.) bietet Kurse an, in denen man eine Prüfung "Pferdebegleithund" ablegen kann. Erst wenn man sicher ist, dass der Hund dem Pferd auf keinen Fall in die Quere kommt, kann man dann den ersten Galopp riskieren. 

Wenn man alles gut trainiert und einstudiert hat, wird nun ein Ausritt zum Spaß für Reiter, Pferd und Hund.