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Nashörner
(Rhinocerotidae)
 

Neben den Elefanten gehören Nashörner (Rhinocerotidae) heute zu den größten auf dem Land lebenden Säugetiere. In prähistorischen Zeiten gab es viele verschiedene Arten, wobei in der heutigen Zeit nur noch fünf Nashornarten unsere Erde bevölkern.

Die Blütezeit der einst sehr formen reichen Familie der Nashörner (Rhinocerotidae) lag im oberen Tertiär. Selbst während der harten Witterungs- und Lebensbedingungen beim allgemeinen Klimawandels der Urzeit, konnten sich einige Nashornarten anpassen und eine Zeit lang überleben. So trugen im eiszeitlichen Eurasien Nashörner ein dichtes rotbraunes Wollhaarfell zum Schutz gegen die Kälte. Durch Knochenfunde bei verschiedenen Ausgrabungen - auch in Mitteleuropa - wissen wir heute von der Existenz dieser Nashörner.
Das Wollnashorn, Wollhaarnashorn oder auch Fellnashorn (Coelodonta antiquitatis), ist somit die uns bekannteste vorzeitliche Nashornart.

Steinzeitliche Zeichnungen an Höhlenwänden belegen, das die Wollnashörner auch von Höhlenmenschen gejagt und verzehrt wurden. Da unter den Knochen von spät steinzeitlichen Beutetieren keine weiteren Knochen des Wollnashorn zu finden waren, kann davon ausgegangen werden, das sie zu diesem Zeitpunkt bereits ausgestorben waren. Im Jahre 1929 wurde in Starunia ein vollständig erhaltenes Exemplar gefunden. Bei genauer Betrachtung, vor allem seiner Schädelform mit dem lang gezogenen Hinterhaupt und seinen hochkronigen Backenzähnen lassen den Rückschluss zu, das es sich von Gräsern ernährte. Eine heute noch lebende Nashornart sieht ihm erstaunlich ähnlich, denn beide besitzen dieses typische charakteristische Breitmaul - es handelt sich somit um das Breitmaulnashorn (Ceratotherium simu) mit seinen zwei Unterarten. Doch Verwandtschaftlich verbindet diese beiden Tiere nichts, sondern der nächste heute noch lebende Verwandte der Wollnashörner ist das Sumatra-Nashorn.


Nashörner werden nach ihrem auffälligsten Merkmal benannt: ihren Hörnern.

Diese haben allerdings keinen knochigen Kern, sondern besitzen zusammengewachsene Keratinfasern (Keratin: Hornsubstanzen). Doch nicht alle Nashörner tragen "zwei Hörner". Nur die beiden afrikanischen Arten und das Sumatranashorn tragen, je zwei hintereinander angeordnete Hörner, von denen das vordere meist das größere ist.

Nashörner gehören zu den Unpaarhufer. Das bedeutet, sie tragen ihren Namen weil sie eine ungerade Anzahl von Zehen besitzen (Siehe Zeichnung).

Zu den heute noch lebenden Unpaarhufer gehören Pferde und Pferdeähnliche (1 Zehe), Nashörner (3 Zehen) und Tapire (3 Zehen hinten); letztere haben allerdings an den Vorderfüßen vier Zehen.

Die Mittelachse eines Beins verläuft bei Unpaarhufern durch eine einzige Zehe während sie bei den Paarhufern zwischen der dritten und vierten Zehe zu finden ist. Diese Mittelzehe ist auch am besten ausgebildet und bei den Pferden als einzige noch vorhanden, bei ihm endet die Zehe in Hufen.

Nashörner verfügen über einen massigen Körper welcher von kurzen, stämmigen Beinen getragen wird. Ihre Haut ist dick und grau bis braun gefärbt. Alle Nashörner besitzen ein geringes Sehvermögen was durch einen überaus guten Geruchssinn wett gemacht wird.

Die Bullen besitzen keinen Hodensack, dieser liegt geschützt im Leibes inneren. Die Kühe haben ihre Zitzen ähnlich wie die Ziegen und Pferde, zwischen den Hinterbeinen.


Ständige Begleiter von Nashörnern sind verschiedene Vögel wie Starenvögel oder Kuhreiher. Diese sind für die Gesundheit des Nashorn auf verschiedene Art und Weise sehr nützlich.

Zum einen fressen sie die lästigen Plagegeister wie Parasiten vom Körper. Außerdem kann es bei Rangeleien zwischen Bullen und während der Paarung mit Weibchen zu Verletzungen mit den Hörnern kommen. In die entstandenen Wunden legen Parasiten gerne ihre Eier ab. So können die Wunden nie heilen - hier helfen die auch als Madenhacker genannten Starenvögel da sie die Wunden von Insektenlarven reinigen.

Nicht nur als Gesundheitspolizei sind diese gefiederten Freunde des Nashorn vorteilhaft. Nähern sich etwas welches als Gefahr gesehen wird, so fliegen die Vögel instinktiv auf und warnen so das Nashorn vor dieser drohenden Gefahr.

Außer dem Menschen gibt es keine natürlichen Feinde der Nashörner, es sei denn sie sind noch sehr jung und schutzlos, altersschwach oder krank. Dann können sie auch mal in seltenen Fällen von Raubtieren erbeutet werden.


Nashorn ist Nashorn oder?

Diese Frage ist ganz einfach mit einem kurzen NEIN zu beantworten. 

Die Familie der Nashörner umfasst zum Stand 2009 noch vier lebende Gattungen mit fünf Arten, von denen zwei in Afrika (Breitmaul- und Spitzmaulnashorn) und drei in Asien (Java-, Panzer-, Sumatranashorn) leben.

Jedes dieser Tiere ist zwar ein Nashorn - kann aber völlig unterschiedlich vom anderen Nashorn sein. So gibt es Nashörner mit zwei Hörnern - andere besitzen nur eines, es gibt Nashörner die mit Haaren geboren werden, andere besitzen nur Haare an den Schwanz enden, usw.. usw..

Einige Beispiele am direkten Vergleich von Spitzmaulnashorn und Breitmaulnashorn:
 

Eigenschaft
Breitmaulnashorn
Spitzmaulnashorn
LebensweiseSie können auch als kleine Gruppen von Weibchen und Jungtieren, sowie jüngeren Bullen ohne Paarungsverhalten, zusammen lebenSie führen ein Einzelgänger leben - nur Kühe mit ihren Jungen leben zusammen - oder während der Paarungszeit Kühe und Bullen
NahrungssucheSie besitzen ein breites, stumpfes Maul und sind somit als einzige Nashörner Grasfresser.Sie besitzen eine zugespitzte Oberlippe welches ihnen ermöglicht Äste zu greifen und zu verspeisen. 
Sie fressen kein Gras sondern rupfen nur Äste aus dem Boden.
Aktivität am Tagsind tagaktivsind nachtaktiv
Geschlechtsreifezwischen 7-9 Jahrezwischen 5-7 Jahre
Aggressivitätweniger aggressivschreckhafter und höher aggressiv
Gewichtbis 3.500 kgbis 1.600 kg

Es wird deutlich, es muß jede Nashornart mit ihrem Einzigartigem Aussehen und ihren verschiedenen Lebensweisen für sich beschrieben werden,  denn sie sind einfach zu unterschiedlich. 


Aus diesem Grunde gibt es auf unserer Seite bereits zwei der fünf Tierbeschreibungen zum Thema Nashorn, und zwar:

Das Breitmaulnashorn
Das Spitzmaulnashorn

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Foto Nr. 3 - Nashorn mit Gesundheitspolizei - von Petra Meyer, Baden-Württemberg, herzlichen Dank an dieser Stelle.




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