Giraffe (Giraffa camelopardalis)

Mit einer Größe von etwa 5,8 m gehört die Giraffe wohl zu den größten Landsäugetieren und gehört zur Ordnung der Paarhufer.. Diese bis zu 800 kg schweren Tiere gehören neben den kurzhalsigen Okapis zu der Familie der Giraffidae.

Als Wiederkäuer verdauen sie zum zweiten Mal ihre Nahrung, die sie hoch durch den ca. 3 m langen Hals pumpen müssen. Ihre Nahrung besteht vornehmlich aus Blättern, Triebe, Gräser und Knospen, wobei sie die Blätter der Schirmakazien bevorzugen. Die Futteraufnahme wird durch Hilfe ihrer ca. 40 cm langen, gegen Dornen unempfindlichen Zunge erleichtert, die sich hervorragend als Greifwerkzeug eignet.

Kennzeichnend für die Giraffen (wobei es jedoch auch seltene Ausnahmen gibt) ist ihre Fleckenzeichnung welche einen guten Schutz zwischen den Bäumen darstellt. Diese Zeichnung brachte ihnen aber auch den lateinischen Namen "camelopardalis" - von Kamel und Leopard - ein. Mit beiden Tieren hat die Giraffe nämlich etwas gemein, mit dem Kamel den Passgang und dem Leoparden die markante Fellzeichnung. Sonst hat aber das äußerst friedliebende Tier nichts mit dem Leoparden gemein.

Das Wort Giraffe allerdings stammt aus dem Arabischen für "Serafe", was überstzt die liebliche bedeutet, dieser Name ist ihr wohl eher durch ihre unendlich sanften, ein wenig wehmütig blickenden Gazellenaugen verliehen worden.

Foto: Netzgiraffe (G. c. reticulata), nördliches Kenia, südliches Somalia, Süd-Äthiopien


Es gibt verschiedene Unterarten der Giraffen welche sich äußerlich unterscheiden. So hat die Uganda-Giraffe mittelbraune unregelmässig geformte große Flecken welche von relativ breiten weißen Bändern getrennt werden. Bei der Massai-Giraffe sind die Flecken kleiner, dunkler und annähernd sternförmig. Besonders markant dagegeben sind die Flecken der Netzgiraffe. Auf ihrem Fell finden sich dunkle Vielecke zwischen denen sehr schmale weiße Bänder verlaufen. So entsteht der Eindruck eines Netzes - ihrer Namensgebung.


Auf dem Kopf befinden sich je nach Unterart zwischen 2-5 Hörner, welche jedoch als Knochenzapfen nicht abgestoßen werden und gänzlich mit Fell überzogen sind. Die am nördlichsten lebenden Unterarten haben zwei Hörner, wie zum Beispiel die in Ostafrika lebende Netzgiraffe.

Giraffen sind tagaktiv und schlafen nachts meist im stehen. Dieses ist aber eher ein dösen in Abständen von etwa einer halben Stunde, denn sie fallen immer nur für wenige Minuten in einen Tiefschlaf. Legen sie sich doch einmal hin, so doch nie flach auf den Boden, sondern biegen ihren Kopf soweit herum, bis er auf dem Rücken aufliegt.

Foto: Rothschild-Giraffe oder Uganda-Giraffe (G. c. rothschildi), Ursprünglich Nord-Uganda, Südost-Sudan und West-Kenia.




Mit einem Abstand von Kopf-Baumkrone zum Herzen von drei Metern, sowie Kopf-Wasserloch zum Herzen von zwei Metern, ist die Giraffe einem enormen Höhenunterschied und den damit verbundenen Kreislaufproblemen ausgesetzt. Hier hilft ein Adernetz im Gehirn welches sich vergrößern und verkleinern kann, um den Blutdruck auszugleichen. Auch verhindern Verschlussklappen in der Halsvene einen Blutrückstau im Gehirn, wenn die Giraffe ihren Kopf zum trinken senkt.

Durch ihre Größe, fällt es der Giraffe nicht leicht, ihren Durst zu stillen. Dazu muß sie ihre Beine sägebockartig auseinander stellen, um das Wasserloch zu erreichen. Selbst ihre Jungen, die nach einer Tragzeit von 15-16 Monaten zur Welt kommen, gebiert sie im stehen. Aus einer Höhe von fast 2 m fallen die zumeist schon 1,70 m und 65 kg schweren jungen Giraffen auf den Boden. Sie werden ein Jahr lang gesäugt, und brauchen 10 Jahre um zu ihrer vollen Größe auszuwachsen.

In ihrem Lebensraum den weiten Savannengebieten haben erwachsene Giraffen keine Feinde. Durch die Verteidigung mit ihren im Durchschnitt 30 cm großen Hufe (Hufschläge) und der Zuhilfenahme ihrer Hornzapfen (Hiebe) kann ein Muttertier, welches ihr Junges schützt, selbst Löwen gefährlich werden.

Durch die Gemeinschaft mit anderen Tieren (Sträußen, Zebras oder Gnus mit ihren empfindlichen Nasen) können die sehr gut sehenden und hörenden Giraffen ihre nahenden Feinde sehr schnell bemerken.

Foto: Angola-Giraffe (G. c. angolensis), Ursprünglich in Nord-Namibia, Nord-Botswana, West-Simbabwe, Süd-Sambia, Süd-Angola