Banteng (Bos javanicus)

Der Banteng gehört zu den Paarhufern oder Hornträgern. Seine ursprüngliche Verbreitung erstreckte sich von Indochina bis nach Malaysia, ebenso jedoch über die Inseln Java, Borneo und Bali.

Aus dem Banteng wurde das Balirind als Haustierform gezüchtet, welches jedoch viel kleiner und nicht so beindruckend ist.

Zweifellos gehören die Banteng zu den attraktivsten Wildrindern, denn schon in der Färbung zeigt sich ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus. Die nicht selten bis zu 900 Kilogramm kräftigen und bis zu 160 Zentimeter großen Bullen sind schwarz gefärbt. Die viel kleineren (500kg/150cm) Kühe und die Jungtiere weisen ein rötlich-beiges Fell auf.


Tiere beiderlei Geschlechts tragen weiße Stiefel und an ihrer Hinterhand bildet das Fell ein großes weißes Abzeichen, den sogenannten Spiegel.

Wie die anderen Arten der Untergattung Bibos, der Gaur, der Gayal oder der Kouprey lebt der Banteng in nicht allzu dichten Waldrandzonen oder Wäldern.

Obwohl das sehr kräftige Wildrind nur unter bestimmten Umständen von Großkatzen überwältigt werden kann, zieht es zum Grasen den frühen Morgen oder Abend vor. Im Schutz der Dämmerung sucht es offene Grasflächen auf, da Gräser aller Art den Hauptbestandteil seiner Nahrung bilden. Daneben reichert das Banteng seinen Speiseplan jedoch gerne mit Kräutern oder Blättern und Früchten der verschiedenen Strauch- und Baumarten an.

Besonders wichtig für die Wahl der Weidegründe sind jedoch ganzjährig nutzbare Wasserstellen, da der Banteng täglich große Mengen Wasser benötigt.


Ein Herdenverband von Banteng besteht zumeist aus Gruppen von 20 - 30 Tieren, welche sich aus einem Bullen, mehreren Kühen und deren Nachkommen zusammen setzt.

Die Paarungszeit besteht während des ganzen Jahres und nach einer Tragzeit von etwa 25 Tagen erblickt das lauf- und sehfähige Kalb das Licht der Welt.

Erst nach zwei bis drei Jahren erreicht es seine Geschlechtsreife, so dass nach dieser Zeit die Jungbullen die Herde verlassen müssen. Diese bilden kleinere Trupps von Junggesellen oder verbringen ihr restliches Leben als Einzelgänger.

Banteng können ein Höchstalter von etwas mehr als 20 Jahren erreichen.

Leider sind die Bestände infolge des enormen Lebensraumverlusts durch Acker- und Weidewirtschaft und massiver Bejagung durch Kopfgeldjäger sowie der heimischen Bevölkerung, stark dezimiert worden. Wenige Restbestände überleben an der Grenze von Laos, in den Hügeln von Lomphat sowie im Angkor-Wat-Nationalpark.