Kaiserfische oder auch Engelsfische (Pomacanthidae)

Die Kaiser- oder Engelfische (Pomacanthidae) mit ihren weit über 85 Arten zählen zu den farbenprächtigsten Fischen überhaupt. In enger Nachbarschaft von Korallen- oder Felsriffen leben sie in allen tropischen Bereichen der Weltmeere – wobei die meisten Arten im Pazifik und Indischen Ozean leben.

Der Kaiserfisch ist ein sehr farbenfroher Fisch mit einem hohen Rücken und einer Größe zwischen sechs und sechzig Zentimeter, je nach Art. Charakteristisches Merkmal für alle Kaiserfische ist ihr nach hinten gerichteter kräftiger Dorn. Dieser befindet sich am unteren Kiemenrand – meist gut zu sehen, da er nicht selten farblich abgesetzt ist. Früher wurde der Kaiserfisch mit den Falterfischen verwechseln, die jedoch keinen Dorn besitzen.

Foto: Ringkaiserfisch (Pomacanthus annularis)


Bis vor wenigen Jahren dachte man auch, die Kaiserfische wären fast doppelt so Artenreich, denn man war im Glauben, die Jungfische wären eigene Arten. Das ist nicht verwunderlich, sehen junge Kaiserfische oft völlig anders gefärbt aus als ihre später erwachsenen Artgenossen.

Durch diesen „Deckmantel“ können sich die Jungfische zwischen den ausgewachsenen Kaiserfischen bewegen ohne vertrieben zu werden, denn Geschlechtsreife erwachsene Kaiserfische weisen ein aggressives Revierverhalten gegenüber Artgenossen auf.

Auf dem Speiseplan der Kaiserfische steht je nach Art entweder Kleintiere bis Algen, andere bevorzugen nur Schwämme oder Algen.

Foto: Jungfisch des Imperator-Kaiserfisch (Pomacanthus imperator)


Kaiserfische leben entweder paarweise oder in kleinen Gruppen die aus einem Männchen und mehreren Weibchen bestehen. Eine Besonderheit ist jedoch, das alle Kaiserfische zunächst weiblich geboren werden. Erst später in der Geschlechtsreife kann bei Bedarf eine Geschlechtsumwandlung erfolgen. So ist gewährleistet das immer genügend Weibchen zum Laichen da sind, aber nur soviel Männchen wie nötig.
Ähnlich wie bei den Mandarinfischen laichen die Kaiserfische nach einem Balzritual bei Sonnenuntergang im freien Wasser. Hierbei werden mitunter tausende von Eiern abgegeben. Die noch winzigen Larven schlüpfen bereits nach wenigen Stunden und schweben mit Hilfe eines Dottersackes im Wasser. Dieser dient auch in den ersten Tagen als Nahrung.

Kaiserfische sind sehr flink und wendig. Sie flitzen mit einer erstaunlichen Sicherheit haarscharf zwischen den Korallenzacken hin und her ohne sich zu verletzen. Als Tagaktive Tiere halten sie sich in der Nacht in ihren Korallenhöhlen verborgen.

Foto: Queensland-Samtkaiserfisch (Chaetodontoplus duboulayi)


Der Imperator-Kaiserfisch (Pomacanthus imperator), kann bis zu 40 Zentimetern groß werden. Sein Lebensraum streckt sich vom Roten Meer bis nach Hawai in welchem er korallenreiche Außenriffe bis in eine Tiefe von 25 Metern bevölkert. Sie leben sowohl alleine, als Paar oder Dreierbeziehung. Es ist beobachtet worden, das sie sogar Geräusche von sich geben können um Eindringliche zu verjagen.

Beim ausgewachsenen Exemplar bekommt die Rückenflosse eine ausgezogene Spitze sowie der Körper eine längst gestreifte gelb-blaue Zeichnung mit charakteristischen Feldern am Kopf.

Foto: Ausgewachsener Imperator-Kaiserfisch (Pomacanthus imperator)

Der Imperator Kaiserfisch macht im Laufe seiner Entwicklung von Jungfisch zum erwachsenen Tier eine erstaunliche Wandlung durch.

Als Jungfisch ist er dunkelblau gefärbt mit konzentrischen weißen und hellblauen Ringen, deren Zentrum kurz vor der Schwanzwurzel liegt. So kann er sich von seiner eigenen Art unerkannt, gut zwischen den zumeist agressiven erwachsenen Tieren bewegen.

Foto: Jungtier Imperator-Kaiserfisch (Pomacanthus imperator)


Die bis zu 47 cm groß werdenden Königin-Kaiserfische (auch Königin-Engelfische genannt) leben im tropischen, westlichen Atlantik von Florida bis Brasilien, im Golf von Mexiko und in der Karibik in Tiefen bis zu 70 Metern. Die Körpergrundfarbe der erwachsenen Tiere ist gelb, die Schnauze sowie die Flossenränder und die Maulregion sind von leuchtend blauer Farbe. Besonders markant für diese Art ist ihr dunkelblauer, leuchtendblau gerenderter Fleck auf der Stirn.

Jungtiere der Königin-Engesfische weisen darüber hinaus leuchtend blaue, senkrechte Streifen am Körper auf und sind ab der Körpermitte dunkel gefärbt.

Foto: Königin-Kaiserfisch (Holacanthus ciliaris)


Der bis zu 28 cm groß werdende Blaugürtel-Kaiserfisch (Pomacanthus navarchus) oder Traumkaiserfisch leben in Lagunen oder Riffhängen in einer Tiefe bis zu 40 Metern. Sein Lebensraum befindet sich in den Korallenriffen des zentralen Indopazifik von Indonesien und den Philippinen bis nach Neuguinea, Palau, den Yap-Inseln, den Rowley Shoals und dem Great Barrier Reef vor.

Erwachsene Traumkaiserfische sind leuchtend gelb und blau gemustert. Die blau gepunkteten Flanken, die Rückenflosse, die Schwanzflosse und die Kehle sind gelb. Die paarigen Flossen, die Afterflosse, die Schnauze, die Oberseite des Kopfes und der hintere Rumpfbereich mit dem Schwanzflossenstiel sind dunkelblau. Alle Flossen haben hellblaue Ränder. Jungtiere der Traumkaiserfische sind bis zu einer Größe von etwa 5 cm dunkelblau, fast schwarz und zeigen ein Muster von hellblauen senkrechten Streifen. Ab dieser Größe beginnt die Umfärbung bis zum erwachsenen Tier.

Foto: Blaugürtel-Kaiserfisch oder Traumkaiserfisch (Pomacanthus navarchus)