Grundeln (Gobiidae)

Die Familie der Grundeln gehört mit ihren 200 Gattungen und über 1500 Arten zu der artenreichsten Gruppe der Meeresfische. Auch wenn sie äußerlich kaum Ähnlichkeiten aufweisen, so gehören sie doch zu den Barschverwandten.

Auffallend ist der im Verhältnis zum Körper eher bulligen Kopf mit seinen obenstehenden Augen und großem Maul. Die Körper der Grundeln sind langgestreckt und zylinderförmig mit zwei deutlich getrennten Rückenflossen. Die Bauchflossen sind zum größten Teil zu einer trichterförmigen Saugscheibe verwachsen, welche den Grundeln ihre charakteristische Fähigkeit verdanken sich an harten Oberflächen wie Steinen oder Felsen anzuheften. Die wenigsten Grundeln halten sich im freien Wasser auf, da die meisten keine Schwimmblase besitzen. So bleiben sie lieber am Boden, Felsen, Pflanzen oder Korallen haften.

Grundeln sind meist in den Farben unscheinbar. Manchmal wirken sie sogar durchsichtig oder gläsern, was an ihrer Sandfarbe mit tarnenden Muster liegen mag.


Grundeln leben in allen Meeren und sollen sogar das Süßwasser als Lebensraum erobert haben.

Grundeln fressen ein weites Spektrum von Krebstieren, Insektenlarven, Würmern und anderen kleinen Tieren. Einige Arten fressen auch Algen.

Man kann sie in der Vielzahl in drei Hauptgruppen unterscheiden, es gibt:

1. nicht grabende Grundeln
2. grabende, nicht mit Knallkrebsen in Symbiose lebende Grundeln
3. grabende, in Symbiose mit Knallkrebsen lebende Grundeln

oder anders eingeteilt:

1. Echte Grundeln
2. Aalgrundeln


Manche Grundeln gehen Lebensgemeinschaften mit Krebsen ein. Krebse graben Höhlengänge in welche sie leben. Kommen sie vollgepackt mit Sand aus ihren Höhlengängen, könnten sie dort bereits von Fressfeinden erwartet werden. Hier schiebt die Grundel Wache. So lange sie vor dem Eingang hockt, droht keine Gefahr. Ist sie in der Höhle verschwunden, sollte auch der Krebs nicht raus kommen. Die Grundel darf für ihre Wachdienste die Höhe gemeinsam mit dem Krebs bewohnen und kann sich an den mit dem Sand herausgetragenen kleine Krebse oder andere wirbellosen gütlich tun.

Aber auch andere Lebensgemeinschaften sind für die Grundel interessant. So lebt die Anemonengrundel (Gobius bucchichii) aus dem Mittelmeer mit Wachsrosen zusammen da sie wie die Anemonenfische durch ihren Hautschleim vor dem Nesselgift geschützt sind. Hier ist der Vorteil auf Seiten der Grundel die so vor Fressfeinden geschützt ist. Die Anemone hat keinen Nutzen.

Foto: Grundel mit ihrem Partner einem Krebs vor der Höhle


Die Korallengrundeln leben in Gemeinschaft mit ästigen Steinkorallen, welche sie auch gegen das abnagen durch andere Fische schützen. Denn je mehr Verästelung in den Korallen, je mehr Schutz bieten dies. Zum Laichen nagen die Korallengrundeln kleine Stücke Korallengewebe ab und kleben ihre Eier an die kahle Stelle.

Das Fortbestehen ihrer Art brachte die Grundeln im Laufe der Evolution auf eine besondere Form der Arterhaltung. Die meist in Lebensgemeinschaften von einem Männchen und mindestens zwei Weibchen lebenden Grundeln kann sich bei Verlust des Männchen durch Tod oder Fressfeinden ein Weibchen in ein Männchen umwandeln. Die Erhaltung der Art wird durch die Überzahl der Weibchen erhöht, die dadurch mehr Eier legen können.

Die Eier werden fest unter Steinen oder Korallen befestigt damit sie von der Strömung nicht abgetrieben werden. Solch ein Gelege kann zwischen fünf biss einige hundert Eier betragen und wird sodann vom Männchen befruchtet. Bei den meisten Grundelarten sind die Männchen für das säubern und bewachen mehrere Gelege verantwortlich. Nach einigen Tagen schlüpfen die ersten Jungtiere.


Die Goldstirn-Sandgrundel lebt im gesamten tropischen Indopazifik in sandigen, klaren Lagunen und auf den sandigen Zonen zwischen Korallenriffen in Tiefen zwischen einem und 25 Metern. Gut zu erkennen sind die Geschlechtern, denn bei männlichen Goldstirn-Sandgrundeln sind die ersten Strahlen der ersten Rückenflosse verlängert.

Anders als bei den meisten anderen Grundelarten ist es das Weibchen, welches die Brut bewacht. Auch leben die Goldstirn-Sandgrundel in monogamen Partnerschaften.

Zur Nahrungsaufnahme filtern Goldstirn-Sandgrundeln Sand durch ihre Kiemen, und fressen darin lebende Kleinkrebse, andere Wirbellose, sowie Fischeier und Fischlarven.

Foto: Goldstirn-Sandgrundel (Valenciennea strigata) beim Sandfiltern