Fetzenfisch

Jeder kennt das Seepferdchen, welches mit schaukelnden Bewegungen durch das Wasser gleitet, aber wer kennt den Fetzenfisch?

Diese nur im Seegras und Tangwiesen Südaustralien lebenden nahen Verwandten der Seepferdchen und Seenadeln, haben sich durch ihren skurrilen Körperbau eine perfekte Tarnung zugelegt. Farblich an ihre Umgebung angepasst, sind sie dank ihrer blattartigen Auswuchtungen nur schwer in den Pflanzen auszumachen.


Mit einer Gesamtlänge von ca. 40 cm geben die aneinandergereihten Knochenplatten dem Körper die nötige Stabilität. Gespensterhaft schwebend vermag der Fetzenfisch dank seiner Rückenflosse und Steuerung über die Brustflossen Bewegungen in alle Himmelsrichtungen durchzuführen. Diese langsame Bewegung lässt auch ein anschleichen an die sonst äußerst flinken Garnelen (kleine Krebse) zu, welche mit Hilfe des langgezogenen, zahnlosen Kiefers blitzartig im ganzen eingesogen zu werden.

Verkehrte Welt, denn bei den Seepferdchen wie auch den Fetzenfischen gehen die Männchen schwanger! Die Paarung wird an der Wasseroberfläche durchgeführt wobei das Weibchen etwa 250 Eier an das Männchen weitergibt. Anders aber als bei den Seepferdchen, die ihre Jungen in einer Tasche ausbrüten, befinden sich die Hautschwellungen in welche die Eier gelegt werden beim Fetzenfisch auf der Schwanzoberfläche. Beim großen Fetzenfisch werden die abgelegten Eier in wuchernden Hautöffnungen eingebettet, beim kleinen Fetzenfisch bildet sich in der Haut so eine Art kleines Näpfchen. Halt finden die Eier zudem durch die klebrige Substanz welches das Weibchen absondert um sie damit zu umhüllen.


Jetzt hat das erschöpfte Weibchen seinen Dienst getan und die Wege der Elterntiere trennen sich.

Die weitere Entwicklung der Larven vollzieht sich über einen Zeitraum von rund 8 Wochen in denen sie über die Blutgefäße des Männchens mit Nährstoffe versorgt werden. Nach diesem Zeitpunkt verlassen sie den Schutz des Vaters und sind nach etwa 2 Jahren vollständig ausgewachsen.