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Axolotl

Eine Sonderstellung unter den Molchen nimmt sicher der in Mexiko lebende Axolotl ein. Diesen ausgefallenen Namen verdankt er einer Zusammensetzung zweier Wörter aus der Aztekensprache, nämlich dem Wort Atl (Wasser) und dem Namen des aztekischen Gottes Xolotl. 

Axalotl © Tierwissen.de

Dieser Molch zählt zu den lungenlosen Schwanzlurchen, die wiederum bei den Amphibien einzuordnen sind. Normalerweise können Amphibien sowohl im Wasser als auch an Land leben und sind in der Lage, das jeweilige Element als Lebensraum zu wechseln. Molche werden als Larven geboren, welche zunächst auch im Wasser leben. Nach einiger Zeit beginnt eine Art Wandlung (Metamorphose), bei welcher sie ihr Aussehen ändern. [Anm.1]. Wir müssen sagen „normalerweise“ denn der Axolotl stellt hier eine Ausnahme dar, denn er bleibt sein gesamtes Leben im Entwicklungsstadium einer Larve (Neotonie), in welcher er auch die Fähigkeit zur Fortpflanzung besitzt. 

In der einschlägigen Literatur lässt sich dieses Phänomen mit der Unterfunktion der Schilddrüse erklären, denn bei einer Gabe von Schilddrüsengewebe wird wie bei jedem anderen Molch die Metamorphose ausgelöst. Die Kiemen bilden sich zurück, die Beine fangen an zu wachsen und die Molche verlassen das Wasser als ihren Lebensraum. 

Da also die Annahme besteht, beim Axolotl ist die fehlende Metamorphose kein Gendefekt, muss es mit einem jodarmen Verbreitungsgebiet zusammen hängen. Sie leben ausschließlich im See von Xochimilco, der einige Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt liegt. Hier dienen sie der Bevölkerung als Nahrungsquelle und werden auf vielen Märkten zum Verzehr angeboten. Bei schlechten Witterungsverhältnissen haben die Fischer jedoch kaum Erfolg, denn dann gräbt sich der Axolotl tief in den Boden ein und kann nicht gefangen werden.

Beim Xochimilcosee handelt es sich jedoch eher um eine Aneinanderreihung von kleineren bis größeren Gewässern, ähnlich einem Kanalsystem. Da die Verbindungen zwischen den Gewässern oft austrocknen, die Landflächen schon seit Menschengedenken als Anbaugebiete für die Bewohner dienen, würde ein an Land lebender Axolotl wohl häufig vertrocknen, da ihm der Weg zu den feuchtigkeitsspendenden Gewässern abgeschnitten wäre. Dies macht die Notwendigkeit klar, auf die Metamorphose zu verzichten und sein Leben im Wasser zu verbringen – die Evolution findet immer eine Lösung.

Auch das Aussehen der Axolotl ist für Larven recht variantenreich und lässt sich in verschiedene Typen einteilen. In den meisten heimischen Aquarien findet man braune Tiere, welche in den verschiedensten Brauntönen marmoriert sein können. 

Daneben findet man oft Teilalbinos, also weiße Tiere mit dunklen Augen, wobei auch hier Pigmentierungen im Kopfbereich, speziell der Augen auftreten können, aber nicht müssen (rein weiße Tiere).

Der als Wildtyp betrachtete Axolotl ist ziemlich dunkel. Hier kann die Färbung von grau bis zu schwarzgrau reichen, wobei hellere Flecken auftreten können und die Bauchseite der Tiere heller gefärbt ist. Eine Besonderheit in den Farbvariationen stellt der unter dem Namen „Humphrey-Axolotl“ bekannt gewordene Molch dar, bei dem es sich eigentlich um einen Albino (weiß mit roten Augen) handelt, dem Melanin fehlt. 

Wie bereits erwähnt, pflanzen sich die Axolotl im Larvenstadium nach Erreichen ihrer Geschlechtsreife im Alter von einem Jahr fort. Die Befruchtung der Eier geschieht, indem die weiblichen Tiere ihre Eier im Wasser ablegen. Die Männchen geben ihren Samen hinzu, der dort zusammen mit dem Laich vermischt wird. Es können so bis zu 500 Eier abgelegt werden, aus denen nach drei bis vier Wochen die nur einen Zentimeter großen Larven schlüpfen. 

In den ersten Lebenstagen ernähren sie sich noch aus ihrem Dottervorrat. In den nächsten Wochen nehmen sie jedoch bereits festere Nahrung (Wasserflöhe, Mückenlarven) zu sich. Nach etwa 2 Monaten haben die Larven ihre endgültige Form angenommen. Das Wachstum der einzelnen Tiere vollzieht sich jedoch nicht gleich, sondern kann ziemlich in der Größe variieren. Da sie sich mitunter an kleineren oder schwächeren Axolotl vergreifen, wobei es zu heftigen Bissverletzungen kommen kann, bis hin zum Verspeisen von Artgenossen, kann eine kanibalistische Neigung nicht abgestritten werden.

Erreichen Axolotl das Erwachsenenalter, können Weibchen bis 24 cm und Männchen bis zu 27 cm groß werden. Die Lebenserwartung kann in freier Wildbahn schon mal bis zu 25 Jahre betragen.

Anmerkungen:
Anm. 1 – Am besten lässt sich solch eine Metamorphose an den Fröschen erkennen, die als Kaulquappen geboren werden, sich dann wandeln, um zu dem uns bekannten Frosch zu werden.
 
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Copyright 2002 © Tierwissen.de Text und Fotos: Chawera Layout: Chawera




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